März 13

Amsel, Drossel, Fink und Star – alle Vögel sind schon auf unserem Misthaufen und am Futterhäuschen.
Besonders bei dem mühsam-langen Winter freuen sich Rotkehlchen, Rotschwanzerl, Grünling, Bachstelze, Krähen und Fasane über unsere Labestellen. Wenigstens die Ornitologie beschäftigt uns, wenn wir wegen Schneetreibens im Garten noch nicht viel machen können.
Mit dem Glas- (bzw. Plastik-)haus, das ich im Herbst von Manuela und Michi geschenkt bekam, wusste ich zuerst gar nichts anzufangen.

Ein paar Samen im Oktober und Rolladen zu – und siehe da – seit ein paar Wochen können wir frischen Vogerl- und Ruccolasalat essen, der Knoblauch wächst und die Uhudlerweinreben haben ein geschütztes Platzerl zum Anwurzeln. Doch eine praktische Erfindung!

Februar 13


Pferdefleisch essen wir hier nicht – denn bei uns kommt nur auf den Teller, was wir auch selbst produzieren. Das Naserümpfen mit „Was, ihr esst eure eigenen süßen Tiere?“ werden wir in der Zukunft sicher seltener hören. Unsere Kaninchen, Schafe, Enten und Hühner haben ein glückliches - wenn auch kurzes - Leben und einen schnellen Tod – und wir ein schmackhaftes, naturbelassenes Fleisch ohne Hormone, Antibiotika und Transportkilometer rund um den Globus.
Wie oft haben wir zwei Weberbauern uns in den letzten Jahren schon angeschaut und gesagt: “Wir sind genau auf dem richtigen Weg!“?

Jänner 13


„Baum fällt!“ hieß es gleich drei Mal Anfang des Monats. Nach mühevoller Hack- und Sägearbeit sollen die Kleinteile in zwei Jahren unseren Ofen heizen. Selbstverarbeitet soll ja Holz mehrmals wärmen!
Die Schneedecke hat endlich auch mal uns im Süden erreicht. Herrlich weiße Glitzerlandschaft -
bei Vollmond auch zum Lesen hell genug! Wir flitzten mit dem Bob den Hang runter, die Katzen spielen mit den Schneebällen, die Enten versuchen im Pulverschnee zu schwimmen – nur die Schafe und Hühner setzen ihre Füße lieber nicht in das verdächtige weiße Zeug da.

Dezember 12

Nach Wochen der Sorge, Pflege und Aufzucht der Katzenjungen – zeitweise drei Mal täglich Flascherlgeben – haben wir neue Zuhause für die Kleinen gefunden. Zwei Kater, der schwarze Nero
und der rot-gestreifte Nemo,
bleiben bei uns und werden Tom&Cherry in Zukunft bei der Mäusejagd unterstützen. Er war sooo schön
- und doch musste er in den Kochtopf, unser Hansi - Sohn von Johahn. 1 Kilo 90 und unser erster Brathahn - es kann eben nur einen Chef am Hühnerhof geben!

Der wichtigste Tag in diesem Monat, der 21., wurde von uns mit einem Sonnwendfeuer begangen – endlich werden die Tage wieder länger! Zeit auch für ein Resümee über das äußerst erfolgreiche und glückvolle Jahr: nach vier Jahren auf unserem Hof haben wir es geschafft, unsere gesamten Essenskosten (theoretisch) selbst erwirtschaften zu können. Natürlich kaufen wir Grundnahrungsmittel wie Milch, Mehl, Salz und Bier, aber unterm Strich können wir alles mit eigenen Produkten aufrechnen. Auch die Not-Ration in Form von flüssigem Gold (sprich Honig) lagert im Keller. Die nächsten Bestrebungen können jetzt nur mehr in Richtung Energie-Autarkie gehen, sowohl mit Einsparungen als auch mit Effizienzsteigerungen. Das Elektroauto steht leider noch in Frankreich, andere Projekte, wie Kompostklo, werden schon angedacht.

November 12

Ich halt’s einfach nicht mehr aus bis zum Monatsende: schon wieder Babys der entzückendsten Art:
 zwei der Kamerunschafe haben im zarten Alter von 10 Monaten Junge gekriegt. Die beiden Youngsters sind nach ein paar Tagen schon so mobil, dass sie der Herde voran hopsen und miteinander ständig Abfangen spielen. So eine Freude – für sie und uns! Wer da noch nicht verzückt ist, kann ja mal mit den Sechslingen spielen:
 
ihnen mit ihren 5 Wochen bei der Erkundung der Welt, der eigenen Tatzen oder meines Ohrläppchens zuzuschauen ist pures Glück.

Oktober 12

Zeit des Ernteeinfahrens und –danks. Neben den schon erwähnten Ausbeuten fielen jetzt noch an: 50 Kilo Uhudlertrauben, 850 Kilo Äpfel (inklusive Arthur)
und seit dreiWochen immer noch täglich 1 Kilo Fisolen –
frisch, grün, zart, gschmackig, bio, ein Traum! Gerhard hat eine apokalyptische Ansicht dazu, dass sich die Natur auf „irgendwas“ vorbereitet. Fakt ist, auch für die Tierwelt war es ein außerordentlich fruchtbares Jahr: die Spatzen haben den Nistkasten dreimal bebrütet, unsere eigenen Hasen, Hühner und Enten waren ausgesprochen produktiv, sogar die Aquariumfische haben Nachkommen und zu guter letzt auch noch unsere 6 Monate alte Cherry! Wir dachten, im Frühjahr wird sie ein paar Katzenbabys haben, aber dass sie so frühreif ist und im zarten Alter von einem halben Jahr selbst 6 Junge kriegt… 
 
Wir sind fasziniert, wie toll sie das ganz alleine hinkriegt und wie süüüß die Kleinen sind. Allen, die kritisch einwerfen wollen, wir sollten doch nicht noch mehr Katzen in die Welt setzen lassen, kann ich nur dagegenhalten: ein mail genügte und sie waren Facebook-Lieblinge mit zig-fachen Anfragen.

September 12

Aufmerksame LeserInnen werden befürchtet haben, dass bei uns im Burgenland der Monat August ausgefallen ist. Ganz so schlimm ist es nicht, es ist nur unser Computer abgestürzt, was uns gehörig durcheinander gewirbelt hat und wieder mal zur Überlegung anregt: Brauch ma des Kastl wirkli füa ois? In Zukunft also nehme ich mir vor, wieder mehr mit dem Kopf als mit der Tastatur zu arbeiten.
 Auch mit den Händen haben wir ganz schön zu tun gehabt: Ernte von je 50 Kilo Uhudlertrauben, Zucchini und Paradeiser inklusive Verarbeitung und Haltbarmachen derselben.
So entstanden Paradeissauce, - suppe, -ketchup, -getrocknet Uhudlersaft, -marmelade, -gelee und vieles mehr. Äpfel beginnen gerade zu reifen bzw. runterzufallen. Während zweier meditativer Apfelklaubstunden stellte ich mir und der Welt die Frage: wer bückt sich heutzutage noch, um einen unreifen vielleicht wurmstichigen Apfel aus der taunassen Wiese aufzuheben? Und wie viele wissen, wie herrlich der daraus gepresste Apfelsaft schmeckt?