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Jänner 15
Johahn vermisst seinen kleinen
roten Freund Rosso – und wir auch. Mit ihm konnte er so herrlich übers Land
blicken und Männergespräche führen…
Ich hab den kleinen Wilden gezähmt indem ich ihn mit
Katzenfutter angelockt und aufgepapperlt hab: Unter seinem wuscheligen Fell hatte
er nur Haut und Knochen – und ein ganz liebesbedürftiges Wesen.
Trotzdem hat es
grad gepasst, als Michi eine neue Katze suchte und Rosso gleich mitnahm. Wir
haben eh schon vier – auch ganz liebe!
Winterruhe, Baumschnitt, Schaffleisch
– das Programm für die kalte Jahreszeit; und Apfelsaft trinken! Heuer haben wir dank Putin unseren eigenen
Apfelsaft vom Fass! Und das kam so: weil die Russen keine österreichischen
Äpfel mehr importierten, sank der Preis für unsere Super-Bio-Sortenraritäten
auf 6 Cent pro Kilo! Da haben wir doch lieber 200 kg selbst gepresst und 100
Liter in das Druckfass von Onkel Heinz gefüllt. Drei Ruhemonate später haben
wir unseren eigenen, nicht pasteurisierten, nicht gezuckerten, nicht gefärbten,
nicht quer über den Globus transportiert und abgepackten Cidre! Schmeckt
großartig.
Jetzt dauert's nur noch Tage bis das Buch raus ist. Ich bin unsagbar aufgeregt!
Jetzt dauert's nur noch Tage bis das Buch raus ist. Ich bin unsagbar aufgeregt!
Dezember 14
Ja, die schlimmsten Befürchtungen
sind eingetroffen: fast alle Bienen sind weg und der Rest tot! Nicht, dass
Gerhard sich nicht auskennt: aus der ganzen Region gibt es Horrornachrichten
von den Imkern. Wo soll das hinführen? Wer wird nächstes Jahr unsere Blüten
bestäuben? Müssen wir wie die Chinesen selbst mit Pinseln ausrücken? What’s
next?
Da bin ich doch richtig froh,
dass es in der Vorweihnachtszeit so wunderbare Geschenketipps gibt und (ab
jetzt Original-Zitate) „Glücklich-mach-Aktionen: man kauft, kauft, kauft heuer
ferngesteuerte Aromadiffuser, heliumgefüllte Schiunterwäsche, Brillantgolduhr
mit rosa Saphiren, High-End Penthouse mit Concierge-Service, Holz-Lego,
Liliputbahnfördermitgliedschaft, smartphonegesteuerte Drohne, 16-Millionen
Farben digitalgesteuertes Beleuchtungssystem, Kupferweihnachtsmann-münzen,
zehenfreie Stiefeletten, Barbiepuppe mit aufklebbarer Cellulitis, nummerierte
Schnitzelpanierteller“ und ähnlichen Wahnsinn.
Was für uns wirklich zählt, sind
die Neuerungen im Hühnerstall: nicht nur 5 neue Hühner zugekauft sondern auch
ein kleiner roter Kater zugelaufen. Unter dem Motto „Ich glaub ich bin ein
Huhn“
schläft er im Hühnerstall, frisst Küchenabfälle und kuschelt bei Kälte
mit den dicken Sulmtalerinnen.
November 14
Die schönsten Seiten unseres
Aussteigerdaseins sind grade im Porschebank-Magazin erschienen – nicht weil wir
seit neuestem einen Porsche fahren, sondern weil sich immer mehr Leute für unser
Lebensmodell interessieren:
In diesem Sinne arbeite ich
intensiv an meinem Buch, bzw. lasse Novumverlag arbeiten. Ende Jänner soll es
dann soweit sein, dass „Aussteigen für Anfänger – Einwandern im Südburgenland“
erscheint. Bin selbst schon gespannt, wie sich unsere Geschichte gebunden
anfühlt!
Herrlich, diese Sonnentage im
November! Manche ärgern sich, dass sie nochmal Rasenmähen müssen. Wir denken an
die Natur, die von den Wetterkapriolen durchgerüttelt wird: viel zu warmes
Wetter für die Pflanzen. Veilchen, Primeln und Erdbeeren blühen nochmal, aber die Bienen haben ihre ganze Energie schon für den Winter
gedrosselt. Doch da fliegen jetzt immer noch Wespen, die sich mangels anderer
Nahrung an die Bienenvorräte im Stock heranmachen und ganz nebenbei auch noch
die geschwächten Bienen zerbeißen. Gerhard sieht nach zwei leergeräumten
Stöcken schwarz fürs nächste Jahr, denn auch die verbliebenen drei sind arg in
Mitleidenschaft gezogen. Heißt: wahrscheinlich bald keine Bienen mehr auf
unserem Hof!
Oktober 14
Die schönsten Sommertage hatten
wir heuer ja im Oktober: baden bis 20., Himbeeren bis 30. und so manches Gemüse
kommt jetzt erst in Fahrt: Endivie
und die experimentellen lila Kohlsprossen
haben noch bis Jahresende Zeit im Beet.
Vor dem Frost dürfen die Hasen noch die
schönen Cosmea-Blüten knabbern.
Frustig sind nur die zerstörten
Träume, weil uns der Nachbar seinen Acker doch nicht zur biologischen Bearbeitung
überlässt. Dabei hatten wir schon Pläne für die nächsten Jahre: Leguminosen
ansäen zum Entgiften, Weidekräuter säen, Zaun errichten, Schafherde vergrößern,
Minikühe anschaffen… Alles nix. Wir bleiben bei unserem Leisten, sprich: bei
unserer Grundgröße – hat vielleicht auch sein Gutes: wir halsen uns nicht noch
mehr Arbeit auf.
September14
Unsere Uhudlertrauben

Das Projekt Bioklohütte wurde schließlich fertiggestellt:
ergaben eine
lukullische Köstlichkeit für mehrere Wochen und werden uns als Saft noch durch
den ganzen Winter begleiten. Himbeeren reichen noch immer fürs Müsli, und den
Kürbissen hat der viele Regen auch nicht geschadet:
Richtig, es gab drei Tage
lang Kürbis!Das Projekt Bioklohütte wurde schließlich fertiggestellt:
Was vielleicht aussieht wie ein gewöhnliches Plumpsklo
ist im Inneren (den Anblick erspar ich euch) aber ein ausgeklügeltes System zum
Trennen von Flüssigem und Festem. Beides jeweils als Dünger bzw. gut verrottet
im Kompost zu verwerten. Neben der praktischen Seite, im Garten schnell mal ein
Häusl zu haben, spart das Ding natürlich kostbares Wasser und Abwasser! Ein weiterer Schritt den Kreislauf im Garten am Laufen zu halten.
August 14
Die tragischeste Auswirkung des
feucht-kühlen Wetters in diesem „Sommer“ war das Auftreten der Braunfäule auf
allen meinen 70 bis dahin wunderschönen Paradeiserpflanzen.
Was aussieht wie Wassermelonen, ist im Original nur 2 cm groß und schmeckt zitronengurkig – sehr ulkig.
Innerhalb von zwei
Wochen wurden alle Früchte dahingerafft, sodass mir nichts anderes übrig blieb,
als meine zu erwartenden 200 Kilo zu Grabe zu tragen. Sehr traurig.
Sehr positiv wiederum
entwickelten sich andere Früchte, wie Fisolen, Zucchini und heuer erstmals
Mexikanische Minigurken. Was aussieht wie Wassermelonen, ist im Original nur 2 cm groß und schmeckt zitronengurkig – sehr ulkig.
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