März 11

Bei der elektronischen Bruthenne dürfte irgendwas schief gelaufen sein. Leider waren die ersten 21 Tage nicht erfolgreich und so versuchen wir’s noch mal. Auch die Kaninchen funktionierten nicht nach Programm – aber so ist eben die Natur: man kann nichts 100% vorausberechnen, planen, garantieren… Trotzdem erwarten wir – optimistisch wie wir sind - im nächsten Monat 40-50 Junge – Hasen, Hühner und Schafe zusammengerechnet. Bei der Schaffamilie dürfte es wirklich bald losgehen. Wenn man genau auf den quergestellten Bauch von Brickerl schaut, sieht man Bewegungen im Inneren – wahrscheinlich die Haxerln des Babys! Gerhard hat sich angesichts der bald zu erwartenden Straßenasphaltierung vorgenommen, unsere Einfahrt inklusive Carport mit Regenrinne und Pflastersteinen zu versehen. Die Mengen an zu verarbeitendem Beton, Schotter, Kies, Sand, Steinen, etc. sind monströs – ich hoffe, sein Kreuz hält das aus!

Und: die Badesaison ist eröffnet! Neuer Rekord, denn im März hatten wir noch nie unser Plastik-Schwimmbad aufgestellt. Das Wetter ist verrückt – und wir manchmal auch!

Februar 11

Die indoor-Aktivitäten bzw. Passivitäten überwiegen zur Zeit eindeutig: ursprünglich wegen der geringen Luftfeuchtigkeit in unserem Wohnraumlüftungshaus haben wir uns zur Anschaffung eines Aquariums entschlossen. Die spannende Aufbauphase nur mit Pflanzenbewuchs und wiederholten Wassertests im Zoofachgeschäft mündete endlich im ersten Aussetzen von 7 Putzerfischen und nach einer erneuten Kontrolle, von 20 Zierfischen in 4 Sorten. Die anfängliche Zweckerfüllung des bunten Dekoglases in unserem Wohnraum ist einer echten Faszination gewichen. Nicht nur zu den Fütterzeiten hat es eine magische Anziehung, die 27 aufgeweckten, artistischen und wendigen Sumatrabarben, Diamantregenbogen-, Neonfische, Blutsalmler u.a. zu beobachten. Wieder eine neue Facette der Natur, die wir uns erschlossen haben! Auch unser outdoor-Zoo ist bestens durch den Winter gekommen und es regen sich schon langsam Frühlingsgefühle: die 3 Kaninchenweibchen Liesl, Bruni und Silva, sowie das Schaf Brickerl befinden sich in guter Hoffnung. Da unsere braven Legehühner voriges Jahr keine Ambitionen bzw. Instinkte zum Brüten gezeigt haben, wollen wir der Vermehrung heuer maschinell nachhelfen: ein Brutapparat wurde angekauft (sieht aus wie ein zu groß geratener Eierkocher), in dem 10 möglichst frisch-gelegte Eier für 21 Tage auf konstanten 37,8°C gehalten werden. Danach, ja danach werden wir wieder eines der Wunder der Natur erleben – und euch bestimmt auf dem Laufenden halten! Fortsetzung folgt!

Jänner 11

Die stillste Zeit am Bauernhof: ideal für Spaziergänge im Schnee und Bilderbuchvorlesen!

Dezember 10

Unsere Hühnermädchen waren nach dem Ableben von August im Frühjahr recht einsam und orientierungs- bzw. schutzlos. So mussten wir 3 Todesfälle im Sommer durch Raubvieh, wahrscheinlich –vogel, sprich Bussard, beklagen. So konnte es nicht weiter gehen und die burgenländische Hähnebörse war grad am Tiefpunkt (wenn’st es nicht brauchst, bietet dir ständig einer Gratis-Hähne an) und so ergab sich zeitlich perfekt der ganz liebe Besuch von Andrea, Norbert und Söhnchen Johann aus unserer ehemaligen niederösterreichischen Heimat.Sie brachten uns einen ganz schönen, schwarz-weißen aus eigener Zucht mit, den wir prompt Johahn tauften. Unsere Braven haben ihn – entgegen aller Zweifel – innerhalb von Minuten als ihren Neuen akzeptiert und ihn abgöttisch angehimmelt. Wir können also mit Regelsbrunner Blutauffrischung voller Zuversicht in die neue Brutsaison blicken!
So still und stresslos unsere Vorweihnachtszeit bezüglich Shopping (null), Keksbackhysterie (minus null) und Dekowahn (nur Natur) hier verläuft, so sehr hält uns die liebe Schaffamilie auf Trab. Jeden dritten Tag machen Brickerl und Brownie nun schon einen Ausflug ins sumpfige, verschneite Tal, zu den lieben Nachbarn oder in den Brombeergesprüppurwald! Ist ziemlich nervig immer wieder um 7 Uhr früh auf „Komm, steh schnö auf, die Schaf san weg!“ mit Nachthemd, Gummistiefel und Anorak über die vergatschten Äcker zu hirschen, um die zwei Spazierengeher heim zu bitten… Wie lange wir das nervlich und körperlich noch durchdrucken steht sicherlich in den Sternen für 2011! Wir wünschen Euch treuen LeserInnen trotzdem die allerbesten und ein Prosit Neujahr!

November 10

Gar schreckliche Gestalten trieben sich in der Nacht zum 1. November hier in den Bergen herum – vor allem in Georgs Privatdisco. Lustig war’s auf jeden Fall!
So ein Mist! Und wie der duftet! 3 Anhänger voll warmem, reinstem, frischem Bio-Kuhmist haben wir auf den Feldern aufgebracht. Andere haben Maschinen dazu – wir wollten halt wieder mal unsere Schulter-Bizeps-Trizeps-Partien trainieren: wieder ein Monatsbeitrag fürs Fitnessstudio gespart! Der Lehmboden muss ja irgendwann mal was aufnehmen, was ihn ein bissl lockerer macht: z.B. Regenwürmer – unsere fleißigsten MitarbeiterInnen.
Die Krauternte haben wir zu zweit in ca. 1 Stunde erledigt; dazu kommen je 1 Stunde säen, gießen, pickieren, mulchen, nachschauen, Unkraut jäten, Brennesseltee spritzen, u.a. Das Ergebnis: eine Scheibtruhe Blätter für die Hasen (sie lieben sie) und 10 Portionen für uns! Da sag noch einer, Gemüse hält nicht fit!

Oktober 10

Nach all dem Spaß auf den Partys ging's jetzt wieder an die Arbeit mit der Ernte: unsere 14 alten Apfelbäume haben wir endlich mal wissenschaftlich klassifiziert, benannt, und die einzelnen Sorten in Kisten getrennt geerntet. Sie sind so blumig bezeichnet wie: Bellefleur, Ingrid Marie, Braeburn, Gravensteiner, Ananas Renette, Red und Gold Delicious, Boskoop, London Pepping, Cox Orange und Rosenapfel. Wir haben uns von der Blattform, Rinde, Apfelform und –farbe bis natürlich zum Geschmack alles genau angesehen und werden jetzt noch die Lagereigenschaften im Winter bzw. die Menge der Ernten in den nächsten Jahren beobachten. 650 kg Fallobst haben wir zum Pressen zum „Xunden Xandl“ gebracht, der uns heuer sogar wegen Ernteausfällen im nördlichen Burgenland das Doppelte vom Vorjahr bezahlt hat (ganze 13 cent pro Kilo – immerhin). Ca. 200 kg sind eingelagert bzw. zum Verkauf als Bio-Äpfel bereit. Was noch sehr beliebt zu sein scheint, ist unser Eierlikör und die Uhudlermarmelade – beides in großen Mengen und sensationellem Aroma zu haben!
Erträge von Roten Rüben, Kraut, Kohlrabi, Salat und Nachbars Hokkaido halten unseren Ernährungsplan vitaminreich und köstlich frisch. Obwohl: seit drei Wochen haben wir ja die neue Bescheidenheit sogar auf die Essgewohnheiten ausgedehnt: gegessen wird nur mehr jeden 2. Tag – an den anderen nur getrunken! Soll die Organe schonen und den Geist beflügeln; spart auf jeden Fall viel Zeit, Arbeit, Kalorien, Kosten. Interessant mit wie wenig man ohne große Hungergefühle auskommt!

September 10

Erdäpfel sind – dank Leos Hilfe (auf die Gabel, unter die Gabel, auf die Schulter, zwischen die Stiefel,…) – geerntet: 160 kg sind’s geworden und schmecken wieder mal – welch‘ Überraschung – wie richtige Erdäpfel. Falls sich jemand von euch noch erinnert, wie ungespritzte, ungewasserte, mit Liebe ausgegrabene Erdäpfel schmecken… Honig ist aus; Bestellungen für nächstes Jahr eingegangen. Heuballen sind heuer sehr beliebt: Kleintier- und Pferdezüchter kaufen gerne unsere handlichen Kleinballen. Auch ehemalige Hörbiger-KollegInnen freuen sich über Bio-Gemüse-Lieferungen. Das alles reicht grade mal für den Traktordiesel – nur damit sich niemand Illusionen macht, dass man von so Kleinposten (mit viel Arbeit verbunden) leben könnte!
Der schöne Sommer neigt sich dem Ende zu. Liebe Besuche gab’s aus allen Richtungen: Linzer Sportsfreunde, Gerhards Kinder, Cousins, Brüder und Tanten, meine Grazer Verwandtschaft und unsere ehemalige Volkstanzgruppe aus Niederösterreich. Die „Fuchsenbrindla“ haben uns sogar zu einem Tänzchen überreden können und es wurde ein lustiger Tag mit alten Freunden.
Ein tropischer Abend fand in Graz aus Anlass von Klausis Rundem statt: ausgelassene Hawaii-Stimmung inklusive einem Revival von Magnum.