April 10

Es hat geklappt: Bruni konnte bis zum letzten Tag verheimlichen, dass sie Nachwuchs kriegt. Erst im letzten Moment begann sie mit dem Bau des Nests und dem Auskleiden mit ihren Fellhaaren: mindestens acht Babys kuscheln sich seit 1. April im Nest zusammen.
Osterlamm hat bei uns leider eine neue Bedeutung erfahren: unser Lämmchen Cookie musste mit 10 Monaten abgeschlagen werden. Die Kämpfe mit Vater Brownie sind immer massiver geworden und Brickerl soll ja schon bald ein neues Kleines kriegen. Sehen kann man wegen des langen Zottelfells keine Veränderungen. Wie im Vorjahr werden wir wahrscheinlich erst beim Auftauchen des Babykopfes von der bevorstehenden Geburt überrascht werden.
Gerhard will tatsächlich hoch hinaus:
mit dem Bau eines Storchennestes will er unseren Teich zum Vogel-(nicht gerade Frösche-)paradies machen. Der Insidertipp: mit weißer Dispersionsfarbe Kleckse auf das vorbereitete Astwerk patzen – so glauben die Wohnungssuchenden, dass hier schon mal ein Pärchen genistet hat und lassen sich auch gerne nieder. Mal sehen ob’s bei uns bald klappert!
Ab sofort verdienen wir beim Sonnenliegen auch Geld: die Photovoltaik-Anlage auf unserem Dach produziert an sonnigen Tagen bis zu 31kW pro Tag – Tendenz steigend. Wir hoffen, unseren gesamten Strombedarf selbst abdecken zu können – Stromrechnung (inklusive Heizung) in Zukunft daher gleich NULL!
NEU:
Der Mieter unseres alten Bauernhauses ist aus gesundheitlichen Gründen leider wieder nach Wien gezogen. Somit gilt wiederum: Romantischer Bauernhof zu verkaufen! Baujahr 1952, 100 m² auf 3 Zimmer, Küche, Speis mit Dachbodenaufgang, Bad/WC, Tischholzherd für Zentralheizung und Warmwasserboiler, Außenzugang zu Erdkeller und Stall/Werkstatt; 100 m² Stadl, 1850 m² Obstbaumwiese, Uhudlerlaube, ruhige Lage in den Deutsch Tschantschendorfer Bergen (Radfahren und Schwammerlsuchen), 10 km nach Güssing (Einkaufen und Kultur) oder Stegersbach (Thermen und Golf).
Der Frühling ist da und alles geht superschnell voran: der Kuckuck schreit schon, die Schwalben sind wieder da, noch 13 neue Hasen
und ... unser Lämmchen: diesmal ist es ein Mädchen! Sie heißt Cornetto, ist mal wieder wunderschön und springlebendig, wie sie von der ersten Stunde an so neben Mama Brickerl herläuft, hüpft und galoppiert. Ganz süß ist sie und immer hungrig. Sogar Papa Brownie vergisst da manchmal zu granteln...
Im Wildtierzoo gibt es auch wieder neue Sichtungen: ein Marder huscht des Nachts manchmal über den Weg – glücklicherweise bis jetzt noch nicht in den Hühnerstall! Den Waldkauz habe ich bis jetzt immer nur rufen gehört; letzte Woche hat er auf der letzten Schneestange vor dem Haus Nachtwache gehalten.
Der Mandelbaum blüht und riecht nach Marzipan! Frisch geernteter Vogerlsalat aus dem Garten mit Eierspeis von unseren Hühnern und dem Wildschnittlauch von der Wiese: herrlich – mehr Hauben gibt’s gar nicht! Grüße von der Südseite des Lebens!

März 10

Gerhard hat sich zwei neue Nebenberufe ausgesucht: Nr. 1 ist Jäger! In 2 Wochen hat er im Stall 25 Mäuse gefangen; eine mit der Hand, worauf sie an Herzinfarkt verstorben ist (echt!) und die anderen mit der Falle. Die süßen Kleinen hatten sich an die Futtersäcke rangemacht und kiloweise Vorräte verspeist und verschleppt! Nr. 2 wird schon bald Imker sein. Einen Einführungskurs hat er schon belegt und ist nun fleißig am Tischlern für die Bienenstöcke. Sollen ja die Vegetation in der ganzen Gegend befruchten, nicht übermäßig viel Arbeit machen aber bis zu 40kg Honig pro Jahr produzieren! Damit wird unser Tierbestand in die Tausende gehen... Kaninchennachwuchs von Liesl ist eingetroffen: 6-7 kleine nackte Wesen strampeln und piepsen im Nest – Genaueres lässt sich noch nicht sagen. Bruni und Silva konnten sich irgendwie dem Charme des Rammlers entziehen und nicht schwanger werden – hoffentlich klappt’s beim nächsten Mal!

Februar 10

Zwei Jahre Erfahrung mit Hühnerhaltung und ich muss sagen – die sind problemlos, eine lustige Unterhaltung und auch noch ertragreich: 2000 Eier im letzten Jahr bei 4, ansteigend auf 10 Hendln. Besonders das Ausbrüten der Kleinen war eine tolle Geschichte für uns. Für den Geschmack der eigenen Hühner werden wir noch immer gelobt; auf die hübschen Nachkommen sind wir selbst sehr stolz: Maxi und Schopfi sind ja locker doppelt so groß wie ihre Mütter, schauen gesund und kräftig aus. Maxi mit Mutter und Bruder August (v.li.)
Wintersport hat sich bei dem vielen Schnee voll ausgezahlt: unsere hauseigene Langlaufloipe haben wir ausreichend nutzen können – mit anschließendem Liegestuhlstopp auf der Sonnenterrasse, versteht sich. Mit oder ohne Jagatee, auf jeden Fall keine DJ-Zwangsbeglückung. Ach ja, und danach ab in die Sauna (heute wegen des Safer-Internet-Tages ohne Nacktfotos...).

Jänner 10

Pläne, Pläne, Pläne. Wir freuen uns schon auf die neuen Projekte, die da wären:
- der untere Teil unseres Grundstücks ist das ganze Jahr über so feucht, dass Gerhard dort kaum mit dem Traktor mähen kann. So würde sich eine alternative Bewirtschaftung anbieten, z.B. eine Christbaumanpflanzung, was wegen des regen Wildwechsels einen Wildzaun, Stützen, etc. benötigen wird.
- Gemüsegarten muss heuer ernsthaft angegangen werden, frei nach dem Hianzn-Gedicht: A Haisl muiß a Gartl hom, a Gartl und an Zaun, und wann dei Haisl koa Gartl hot, oft sulltst da gschwind oans baun! Also muss der Garten abgesteckt werden, vermessen, Holz bestellt und der Zaun gebaut werden – am liebsten so einen altvatrischen Holzzaun.
- Die Förderung für die Photovoltaikanlage ist nach nervenzerfetzender Wartelistenaufrückung nun doch genehmigt worden. Also bekommen wir noch im Frühjahr die Kollektoren aufs Hausdach gestellt, um unseren eigenen Strom produzieren zu können. Die Arbeit wird zwar die Profi-Firma erledigen, wir sind aber trotzdem schon aufgeregt wegen der neuen Hi-Tech Ausstattung, die wahrscheinlich für den Klimawandel global mehr bringt als ganz Kopenhagen ;-(

Dezember 09

Ja, der Eierlikör war ein Renner. Jetzt wo die Hendln noch brav Eier legen hab ich ja genug Ressourcen. Laut Vorjahrsstatistik waren nämlich der April und der November die stärksten Monate; Dezember auch nicht schlecht. Aber ab exakt 1. Jänner hatten unsere Mitarbeiterinnen die Eierlegarbeit niedergelegt und sich für ein paar Wochen nur mehr der Schönheit gewidmet – sprich Mauser. Seit der selige Anton nicht mehr ist, und auch die drei Junghähne gebacken wurden, dachten wir, dass es die Hühner bei Jung-August etwas gemütlicher haben werden. Weit gefehlt: da er noch nicht so versiert ist wie sein Vorgänger, muss er die Mädls immer erst quer durch den Hühnerhof jagen um sie zu erwischen. Kein Wunder, dass alle knackige Schenkerln haben! Wildhühner sagt man dazu; hatten alle sehr muskulöses Fleisch, etwas dunkler und wesentlich geschmackvoller als die armen Artgenossen aus der Hendlfabrik.
Die Erntesaison für Topinambur hat gerade erst begonnen. Diese Erdknolle kann den ganzen Winter über geerntet werden, solange der Boden halt frostfrei ist. Sie ist extrem gesund (wegen des Inulingehalts besonders für Zuckerkranke), ballaststoffreich und kalorienarm. In der Küche leicht zu verarbeiten als Rohkost, Suppe, Püree, Chips oder Gemüsebeilage. Unter der Erde warten noch ca. 100kg auf euch!
Unser Einzug ins neue Haus jährt sich dieser Tage zum ersten Mal und wir können auf ein arbeitsreiches, trotzdem entspanntes Jahr zurückblicken. Ein Jahr mit wesentlich weniger Autofahrten, Ausgaben aber auch Einnahmen. Unterm Strich ergibt sich für uns – besonders für Gerhard nach 30 Jahren Berufstätigkeit, stressigem Arbeitsalltag, hektischem Großstadtleben, Parkplatzsuche, Lärm und Menschenmengen - ein extrem angenehmer Lebensstil in absoluter Ruhelage,unmittelbarem Kontakt zu Natur und Tieren sowie ausgesucht netten Menschen. Geld, Urlaub, Oper, Sushi gehen uns nicht ab, angesichts der einfachen und positiven Lebensweise hier (o.k. Sushi manchmal schon).
NEU:
Zu Winterbeginn fanden wir einen Wechsel der Fototapete in unserem Wohnzimmer passend. Weihnachten war bei uns Stressless Christmas: wegen der trockenen Luft im Haus hat sich auch der Aufwand mit dem Aufputz auf einen Likörflascherlträger (siehe unten) reduziert. So blieb uns genug Zeit für ausgedehnte Spaziergänge bei Temperaturen von minus 15 bis plus 18 – innerhalb einer Woche. Jürgen kam genau richtig zum Weihnachtskaffee auf der Terrasse. Arthur bekam von Opa ein selbstgebasteltes Schaukelschaf. Wir blicken zurück auf ein Jahr voller harter Hausbau- und Bauernarbeit, Entspannungsphasen beim Lesen und Basteln, viel Freude und neuen Erfahrungen mit den Tieren, Besuche von alten und neuen Freunden. Für das kommende Jahr haben wir schon wieder spannende Pläne, Projekte und Ideen – lasst euch überraschen!

November 09

Wir gratulieren dem neuen Mieter: Norbert hat sich entschieden unser Bauernhaus zu mieten/kaufen. Wir hoffen, er fühlt sich dort wohl und möchte dort gar nicht mehr ausziehen.
Advent steht vor der Tür und ich bin wieder mal beim Adventkranzbinden.
Ganz frisches Reisig wird zu Naturkränzen, -gestecken und –türhängern gewunden. Es ist eine Freude mit dem duftenden Material zu arbeiten – besonders bei so frühlingshaften Temperaturen, wo ich mir bei der Arbeit im Freien nicht die Zehen abfrieren muss. Der Verkauf findet heuer vor unserem (neuen) Haus statt und natürlich wieder in der „Filiale“ in Wien 17, im Gasthaus Seiser. Neben dem frischen Eierlikör gibt es dort auch die berühmten Marmeladen, Chutneys und Tees vom Bauernhofweber.
Derzeitiger Tierbestand: 3 Schafe, 5 Hasen, 14 Hühner – hält Gerhard immer noch auf Trab, wenn er nicht grade in der Sauna sitzt...

Oktober 09

3 Generationen auf 1 Traktor!

Ein herrlich langer, sonniger, heißer Sommer soll angeblich heute zu Ende gehen. Wahrscheinlich weil wir nicht – wie all die früheren Jahre immer – auf Urlaub (Urlaub? Was ist das?) waren, kam uns die Schönwetterperiode besonders lang vor. Wir haben’s genossen: jeden Tag Frühstück auf der Terrasse, gefolgt von unseren diversen Wiesen-, Weiden- oder Feldarbeiten. Auch die klaren Nächte sind im Südburgenland eine Attraktion: so viele Sterne wie man sie sonst nur mehr in Australien sieht. Fragt mal Martina und Thomas – die haben hier das erste Mal in ihrem Leben die Milchstraße gesehen. Das günstige Klima lässt in unserer Region Kiwis, Kakis und andere Exoten gedeihen. Bei uns wachsen Topinambur in den Himmel (4 Meter – ehrlich) und die Feigen in den Mund!
NEU:
Unser zweiter Markttag war charakterisiert von kaltem Wetter, heißem Glühwein und herzerwärmenden BesucherInnen. Ein Tag voller netter Gespräche und köstlicher Palatschinken.
Gerhard hat sich auch in anderer Weise selbst übertroffen: unser Haus ist fertig! Fix und fertig, inklusive Sauna. Die war vor dem Winter noch schnell das Tüpfelchen am i. Beheizt wird sie mit ein paar Scheitln Holz im Holzofen – billig und schnell. Die Abwärme wird in unserem Energiesparhaus sogar noch in die Heizung geleitet...
Viechermäßig dezimieren wir uns mit Einbruch der kalten und futterlosen Jahreszeit um einiges. Von den Kaninchen bleiben nur 3 Weibchen und 1 Stammhalter und von den Hühnern mussten wir den schönen Anton schon dem Suppentopf opfern. Er hat es mit seinem Harem zu bunt getrieben: die braven Hühner hatten keine Federn mehr am Rücken vor lauter Liebe. Jetzt können sie schnell noch vor der Kälte nachwachsen – Eier legen werden die Fleißigen ja auch ohne Hahn. Bis zum Frühjahr sollten dann auch unsere Junghähne schon für Küken sorgen können. Übrigens: schon mal einen Junghahn im Stimmbruch gehört? Einen Falken direkt vor dem Fenster seine Beute verstecken gesehen? Eichelhähern beim Streiten zugehört? Die Wunder der Natur direkt vor unserer Nase...
Auch VIPs kommen in unsere Ecke - Jürgen, zum Beispiel, mit dem Hubschrauber ;-)