Juli 09

Endlich hat es doch noch geklappt mit den Küken: wieder ein Wunder, wie aus einem Frühstücksei so ein perfektes Wesen schlüpfen kann und in ein paar Stunden schon lustig rumlauft und –piepst!

Bis jetzt 2 Schwarze und ein Gelbes – goldigst! 16 Hasen 6 Wochen alt: ein Anblick purer Lebensfreude :-)
Weniger nett die Wetterverhältnisse der letzten 10 Tage: wir hatten ca. 200 Liter Regen/m² - ein Zweimonatspensum in wenigen Stunden darnieder geprasselt. Die ganze Region steht unter Wasser; da sind wir mit der weggespülten Straße und Stiege ja noch gut weg gekommen! Aufräumarbeiten müssen warten bis uns der Boden wieder trägt...
Unser erster WOOFER ist angekommen: Rudi hat uns ein paar Tage als Gast/Arbeiter besucht und angeblich das Schwitzen genossen! Hier baut er mit Gerhard gerade die Sauna auf – Transpirieren erlaubt. Ach ja, gut beobachtet! Sie steht im Freien, denn aus Altergründen (der Sauna, nicht unseren) ist sie nur mehr als Holzhütte geeignet, aber sehr praktisch! Danke Rudi!

Die Kükenzahl hat sich mit ein bissl Geburtshilfe unsererseits (in einem Ei hat es schon gepiepst, da haben wir es halt aufgemacht!) auf 6 erhöht. Am zweiten Tag ihres Lebens konnten die Piepis schon Würmer aufpicken und wegrennen - sie wussten allerdings nicht genau wozu. Am dritten Tag putzten sie sich noch tüchtig ihren Flaum, denn seit dem Vierten kommen jetzt täglich mehr Federn dazu. Eine Entwicklungsgeschichte im Zeitraffer!

Nach den Wassermassen der letzten Wochen hat sich der Pegel in unseren Teichen wieder normalisiert. Der Große enthält bereits gezählte 19 grüne Teichfrösche, die sich köstlich mit den Gelsen amüsieren. Ein Schwarzstorch (!) und ein Reiher haben sich die Sache schon mal von oben angesehen. Bin gespannt, wer sich als erstes an die Spitze der Nahrungskette stellt. Der Kleine beherbergt schon eine blühende Seerose (von Roberts Pool übersiedelt), eine Kröte und verschiedene Libellenarten. Eine Natur-Idylle ohne Plastik und Chemie!

Juni 09

Ich wollte schon mit den nächsten Kleinen an die Öffentlichkeit gehen, aber leider wurde aus den erhofften Küken nichts. Und das kam so: eines Nachmittags saß Moni noch immer im Nest; abends saß Moni noch immer im Nest und es dauerte bei mir, bis ich auf die Idee kam, dass aus unserer braven Legehenne – wider alle Prognosen – eine Bruthenne geworden war. Sie kauerte ganz breitgedrückt am Nest um nur ja alle Eier zu wärmen und gab neuartige Gluckslaute von sich – typisch Glucke eben. Wir gaben ihr eine ruhige Ecke, wo sie sich ohne Störung dem Brüten widmen konnte. Nach den üblichen 21 Tagen kamen aber noch immer keine Küken und da wurden wir stutzig: ein erfahrener Hendlzüchter verriet uns, dass es den Eiern am Boden zu kalt war. Styropor hätte drunter gehört – wie man’s eben seit hunderten von Jahren macht... – alles umsonst; die Arme!
Mehr Glück haben wir mit unserer Schaffamilie: Cookie stellte sich eindeutig als männlich heraus. Schafschur für die Großen war vor den Sommermonaten noch fällig.

Brickerl vorher – Brownie nachher; der Schnitt nicht grade im neuesten Coiffeur-Trend! Kaum wiederzuerkennen, aber jetzt haben sie’s etwas kühler, bis die Haarpracht wieder nachwächst. Der Schafzuchtkollege aus dem Dorf hat uns gezeigt wie man schert – vielleicht trauen wir uns beim nächsten Mal ja schon selbst.
Die neuen Häschen sind jetzt 2 Wochen alt und beginnen schon ihre Umgebung zu erkunden: diesmal sind es 18 von 2 Müttern in allen Farbschattierungen – Albino wie der Papa ist keiner! Interessant.
Sonst die üblichen Bauernarbeiten: Heumahd, Erdäpfelanhäufeln, Reparieren, Hasenstreicheln, Grillenzirpenzählen. Gemüse heuer nur was unter dem Unkraut übrig bleibt! Kamille, Kamille – überall Kamille!

Die Arbeit wächst uns bis zum Hals: WOOFers welcome. Working On Organic Farms bei uns ganz unbürokratisch: Halbtagsarbeit gegen Kost und Logis und Ferienstimmung – Freiwillige vor!

Mai 09

Als wir schon alle Hoffnung aufgegeben haben, kam ganz überraschend am 4. unser erstes Schaf-Baby zur Welt: Brickerl blökte während unseres Frühstücks unaufhörlich und so gingen wir mal nachsehen. Und tatsächlich: das Kopferl des Jungen war schon zu sehen! Wir waren so aufgeregt, dass wir lieber gleich wieder weg gingen, um die werdende Mutter nicht noch nervöser zu machen. Und wirklich – nach einer halben Stunde war das rabenschwarze Schäfchen da, lag in der Wiese, schaute sich sie Welt an und wurde von der Mutter schon mal liebevoll abgeleckt. Nach einer weiteren halben Stunde konnte es schon stehen und versuchte gleich ans Euter der Mutter zu kommen. Die hatte am Anfang noch keinen Plan, was da passieren sollte und es dauerte ein bissl, bis sie kapierte, was ihr Baby wollte. Seither sind sie ständig nebeneinander, oder rufen sich in den jeweils verschiedenen Tonlagen um sich gleich wieder zu begrüßen. Weil es so süß ist und das Geschlecht noch unbekannt, nennen wir es mal Cookie. Jetzt, nach 5 Tagen, sieht man schon einige Zähne und die Hörndln wachsen!
Die 6 Junghasen mussten wir schon nach Geschlechtern trennen, denn die sind ganz schön frühreif. Liesl und Gretl sind schon wieder guter Hoffnung und Ende des Monats wird es wieder Kleine geben!
Topis und Erdäpfel treiben schon und das restliche Gemüse steht in den Töpfchen in den Startlöchern zum Ausgesetzt werden. Wenn es nur endlich mal regnen würde! Das neu gesäte Gras würde sich auch freuen. Die erste Erdbeere wird in den nächsten Tagen geerntet.
Auch die 2. Terrasse und der Kellerputz sind fertig und wir haben Türen im ganzen Haus – Gerhard ist super-fleißig! Ich auch, denn der Zeitungsjob hält mich zusätzlich ganz schön auf Trab. Sehr abwechslungsreich, auf jeden Fall, unser „ruhiges Leben“ hier....

April 09

Rechtzeitig vor Ostern kamen nach genau 30 Tagen Tragezeit unsere Häschen zur Welt. Gleich am zweiten Tag mussten wir 4 tote kleine Tierchen aus dem Stall nehmen – beim ersten Wurf keine Seltenheit. Da waren wir sehr enttäuscht, dass nur mehr drei übrig waren. Doch nach ein paar Tagen kamen aus dem warmen Heunest immer mehr Kleine gekrabbelt und so haben wir bis jetzt sechs gezählt: eines ganz schwarz wie die Mutter, alle anderen weiß-schwarz wie der Vater. Ganz süß!
Bei den Schafen noch kein Zuwachs – aber dafür tut sich im Garten um so mehr: Gras und Blumenwiesen gesät, 47 Beerensträucher (die meisten daheim ausgegraben von Anna, Barbara, Herta, Robert, Thomas), 10 Nussbäume, 20 Spargelpflanzen gesetzt. In den kleinen Töpfen gedeihen bereits Paradeiser, Karfiol, Kohlrabi, Litschibeeren, und andere, die nur darauf warten, auf den großen Acker zu kommen.
Die Temperaturen sind herrlich, der erste Sonnenbrand sichtbar, nur die Terrasse lässt noch auf sich warten... Gerhard gib Gas!
Während wir seit 4 Wochen auf Regen warten, entwickeln sich rund um uns Grüns in allen Schattierungen im Eiltempo. Auch die Zoologie hält uns in Atem, denn fast täglich gibt es neue Abenteuer mit unseren Tieren: Eines Nachts brach unglücklicherweise die Schlafstange der Hendln ab und Sony (ausgerechnet die mit den Jumbo-Eiern) verletzte sich am Fuß so sehr, dass sie sich offensichtlich nur unter Schmerzen und humpelnd fortbewegen konnte. Der natürliche Auslese-Instinkt der Artgenossen setzte sofort ein und sie wurde von allen anderen Hühnern gepeckt und vom Futternapf verdrängt. So mussten wir sie für ein paar Tage mit eigenem Futter und Wasser wegsperren, damit sie ihr Haxerl auskurieren konnte und doch zum Fressen kam. Nach einer Woche hat sie nun gelernt, mit ihrem Hinkebein zurechtzukommen – ganz grade wird es wohl nie mehr werden!
Eine Verkettung von glücklichen Zufällen hat uns spät nachts in einem Wiener Eissalon unseren Ali beschert: Gerhard unterhielt sich mit Peter, auch einem Neo-Hasen-Papa, der gerade einen Abnehmer für seinen ausgewachsenen Rammler suchte. Also fand um Mitternacht in Fischamend die Übergabe der Schachtel mit dem brisanten Inhalt (männlichem Kaninchen) statt, und so können wir in Zukunft ohne Bedenken einen eigenen Stammbaum mit unseren Weibchen gründen. Sein ursprünglich zweideutiger Name (nur den Anwesenden dieser Mitternachts-Aktion bekannt) wurde von uns auf Ali geändert – schließlich ist er ein Albino (original mit roten Augen). Bin schon gespannt, wie seine Nachkommen aussehen werden...
Liesl und Gretl mit ihren 6 Jungen hoppeln schon ganz unbeschwert im Freigehege und freuen sich über das frische Grün.
Ja, die Terrasse ist fertig! Frühstück mit Vogelgezwitscher!

März 09

Friede und Stille sind eingekehrt! Unsere streitbaren Gänse sind nicht mehr... Gusti&Gusti haben ihre innere Unzufriedenheit immer lauter und zuletzt auch immer öfter gegen uns zum Ausdruck gebracht und so mussten wir das Martinifest in den März verlegen. Schade um den schönen Anblick, aber die Lärmbelästigung war uns einfach schon zu viel. Vom Gänsebraten erzähle ich hier jetzt nichts.
Minus 2, aber plus 5: die neuen Hühner sind eingetroffen. Der Abwechslung und leichteren Unterscheidbarkeit halber diesmal schwarz, stellenweise grün schillernd.

Mini, Fini, Plini, Tini und Jeannie haben’s die ersten Tage wirklich nicht leicht gehabt: unsere „Alten“ haben ihr Revier und wahrscheinlich auch ihren Hahn mit sicherlich schmerzhaften Schnabelhieben verteidigt. Anton hat sich meist diplomatisch in die Mitte gestellt und so hat er mit seinem souveränen Imponiergehabe in fünf Tagen schließlich wieder halbwegs Ruhe im Hühnerhof schaffen können. Eierlegen können die Minis auch schon – nur eben noch ziemlich mini. Da wir ab jetzt mit 50 bis 60 Eiern wöchentlich rechnen können, starten wir hiemit unsere eiweißmäßige Nahversorgung von alten und neuen Nachbarn im großen Stil.
Interessant die Tierbegegnungen hier zwischen Wild- und Haustieren: Hühner versus Krähen, Schafe – Fasane, aber auch Hahn – Schafbock, Hasen – Hühner. Das schönste Fernsehen findet bei uns durchs Wohnzimmerfenster statt.

Februar 09

Auch Spaß muss sein: bei den ersten paar Zentimetern Schnee haben wir unsere snow-tubes ausprobiert und sind auf gut burgenländlich mit den Gummireifen mit Höllengeschwindigkeit unseren Hang hinuntergerutscht. Völlig unkontrollierbar aber ohne Hindernisse – eine Riesengaudi; und Kondition brauchst du genug um wieder rauf zu stapfen. Herrlich!
Die Hendln haben volle zwei Tage gebraucht um sich an das „weisse Etwas da draussen“ zu gewöhnen – sind aber von da an mutig durch keulenhohen Schnee stolziert. Seit sie keinen Zaun mehr haben, zeigen sie sich überhaupt von ihrer abenteuerlustigen Seite: sei es beim Erkunden der faulen Äpfel unter den Nachbarsbäumen, Finden von trockenen Sandstellen zum Baden oder bei Einbruch der Dämmerung im „Hendlmarsch“ ganz brav hinter Hahn Anton heim zu marschieren. Das Schneeschmelzwasser vom ganzen Hang hat unseren Teich in wenigen Tagen auf über 80cm angefüllt. Am ersten frühlingsähnlichen Tag führten wir die Gänse Gusti&Gundi (oder Gusti&Gusti???) zu einem Badeausflug: sie durften das erste Mal in diesem echt tiefen Teich nach Herzenslust plantschen, flattern, gleiten. Ein Genuss – auch für uns beim Zusehen!
Auch im Haus hat sich einiges getan: die Böden sind fertig – staubfrei ist die neue Devise. Bei Schönwetter können wir immer ein paar Möbelstücke übersiedeln und so entwickelt sich langsam ein richtiges Wohngefühl. Fassade ist fertig, Gerüst abgebaut – ein uneingeschränkter Ausblick hat sich aufgetan.
Gretl und Liesl hatten ihre Hasenhochzeitsnacht mit Jakob. Bei dem unromantischen Typen hat das Kennenlernen nur zwei Sekunden gedauert... Wir hoffen „es“ hat trotzdem geklappt und wir kriegen in 30 Tagen Häschennachwuchs im zweistelligen Bereich.
Auch Brickerl sollte sich schon in anderen Umständen befinden – bei dem langen Zottelfell leider nicht zu erkennen. Beim nächsten oder übernächsten Vollmond wird sie höchstwahrscheinlich ein, oder vielleicht sogar zwei kleine schwarze Lämmchen auf die Welt bringen – kann sie alles ganz alleine!
1000 ist die Zahl der Stunde: erstens die Menge der Eier, die unsere 5 Hühner in 10 Monaten gelegt haben. Und zweitens beinahe die Anzahl von euch Interessierten, die unsere Homepage in einem Jahr besucht haben. Die Betonung liegt auf beinahe, denn die/der - laut Zähler - 1000. BesucherIn erhält von uns ein Bio-Bauernhofwebergeschenk. Bitte per e-mail melden und persönlich abholen – das muss gefeiert werden! Die Homepage war in unserer Aufbauphase eine sehr nette Möglichkeit mit alten und neuen Bekannten Kontakt zu halten denn ihr erfreut uns immer wieder mit euren positiven Kommentaren.
Die Inneneinrichtung nimmt langsam endgültige Gestalt an. Wir freuen uns täglich über die licht- und meist sonnendurchfluteten Wohnräume.

Jänner 09

Der Innenausbau schreitet langsam aber stetig voran. Das Spachteln aller Fugen dauert eine Unendlichkeit und wir können’s fast nicht mehr erwarten, bis die Wände in weiss erstrahlen. Wir versuchen bei der Einrichtung natürlich Vorhandenes wieder zu verwenden, trotzdem muss einiges an Inventar und Geräten erneuert werden. Wo bleibt bei so einem High-Tech-Haus das einfache Leben, das wir uns vorgenommen haben? Der Unterschied liegt wahrscheinlich im Kopf, denn wir nehmen uns vor, nur Notwendiges zu besitzen, während man – besonders in der Weihnachtszeit – rundum beobachten konnte, wie von vielen das Unnütze zum Lebensmittelpunkt erkoren wird. Weiters erwarten wir uns langfristig, unsere Energiekosten mithilfe der neuesten Technologie so niedrig als möglich zu halten. Der benötigte Strom kommt vorerst aus der energie-autarken Stadt Güssing – später mal von unserem eigenen Dach über die Photovoltaik-Anlage. Güssing gilt übrigens in vielem als Vorreiter, wie Prof. Dujmovich zu sagen pflegte:“Die Letzten werden die Ersten sein.“ Sie haben eine Ampel hier in Güssing ...

NEU:
Schweren Herzens müssen wir unseren alten Bauernhof verkaufen: Baujahr 1952, 100 m² auf 3 Zimmer, Küche, Speis mit Dachbodenaufgang, Bad/WC, Tischholzherd für Zentralheizung und Warmwasserboiler, Außenzugang zu Erdkeller und Stall/Werkstatt; 100 m² Stadl, 1850 m² Obstbaumwiese, Uhudlerlaube, ruhige Lage in den Bergen (Radfahren und Schwammerlsuchen), 10 km nach Güssing (Einkaufen und Kultur) oder Stegersbach (Thermen und Golf). Wir hoffen auf nette Nachfolger, die die idyllische südburgenländische Umgebung schätzen können.
Ein bisschen Kultur und Menschen kennen lernen habe ich mir vorgenommen. Mein neuer Job als rasende Reporterin bei einem weltberühmten Güssinger Bezirksblatt vereint beides auf abwechslungsreiche Weise – mit gleich drei Artikeln von mir in der ersten Woche ein Blitzstart! An die Journalisten-Branche habe ich mich ja in den letzten Jahren schon mit einer Dorfzeitung und diesem blog herangetastet – wer weiß, vielleicht wird sogar ein Buch daraus?