Die Tausender flitzen auf unserem Konto zur Zeit nur so hin und her – meistens hin, natürlich. Schlaflose Nächte sind ganz normal, denn wir wollen ja mit dem Geld von dem verkauften Haus auskommen um das Neue zu bauen. Zum täglichen Leben muss das Ersparte herhalten – gekauft wird ja nur das Nötigste, schließlich was brauchst du denn schon wirklich?! Beim Durchblättern der Werbeprospekte wird uns täglich bewusst, was wir alles nicht brauchen! Mit Heidi, einer auch alternativ denkenden Nachbarin, hatte ich kürzlich einen Wettbewerb: “Was ich alles nicht habe...“ Schön, immer wieder Leute zu treffen, die auch „sein“ und nicht „haben“ wollen.
Apropo: die Äpfel sind reif und wunderschön. Wir haben von unseren 16 Bäumen insgesamt 640kg (ja wirklich, auf der Brückenwaage gewogen!) gepflückt und zum Obstpressen und Pasteurisieren gebracht: bei 6 cent pro Kilo sind sich 36 Flaschen im Tausch ausgegangen – nach 8 Stunden Arbeit und etlichen Kilometern. Wieder nix zum reich werden! Leute, kommt euch Bio-Äpfel holen!
Unser Sonnenschein Rosa ist uns – was sicher nur andere Schweinebesitzer oder vielleicht noch unsere Besucher verstehen können – richtig ans Herz gewachsen. Sie bemerkt uns immer, schaut uns beim Vorbeigehen erwartungsvoll an, ist glücklich wenn wir nur in der Nähe sitzen und ansonsten den ganzen Tag höchst aktiv und bei Regen besonders lustig aufgelegt. Ihr inneres Streben ist es, ihren Garten möglichst ernsthaft, tief und lückenlos durchzugraben – und zwar täglich. Ihre Muskeln sind dabei von Rüssel bis Schwänzchen aufs Äußerste angespannt und voll durchtrainiert. Sie gönnt sich nur wenige Ruhpausen am Tag, schläft dann aber tief und träumt was Schönes, was man an ihren zuckenden Beinchen oder Ohren erkennen kann.
Häuslbauen ist – wie viele schon wissen – ein hartes Leben – körperlich unheimlich anstrengend, geistig ständig im Alarmzustand wegen Terminen und Preisen, aber es geht viel weiter, wir lernen täglich Neues: Spachteln, Ausdauer und Respekt vor dem Handwerk. Es macht Freude, Fortschritte zu sehen, zu denen wir selbst wesentlich beigetragen haben. Das Haus steht wunderschön in der Landschaft, von außen fast fertig, innen haben wir die Deckenisolierung und –verschalung selbst angebracht