falls wos mitbringen wollts
- trockenes Brot/Semmeln für die Hasen
Juli 08
Rosa und reinlich: na ja, ihr Auslauf hat sich auf minus 20 cm unter die ursprüngliche Erdoberfläche verlegt – alles umgegraben und durchgerüsselt – die anfängliche Schüchternheit hat sich in ganz süsse Anhänglichkeit verwandelt: Streichel- und Kratzeinheiten täglich werden mehrmals mit lautem Grunzen gefordert
Die Zufahrtsstrasse ist fertig, aber der Kellerbaubeginn wird sich auf Mitte Juli verschieben – auch gut, so bleiben uns endlich ein paar Musestunden am See in Rauchwart: 5 min. entfernt, 3 Touristen, Kalamari gegrillt im Seerestaurant
Gemüse wächst und wächst: Zucchini, Melanzani, Mangold, Paradeiser, Karotten, Erdäpfel, Artischocken – ist ja schon ein Menü!
Baubeginn hat sich wegen Starkregen um einen Tag auf 15. verschoben, dann gingen Rudi, Stephan, Martin, Thomas, Herbert, Bernhard, Gerhard und der Profi Franz aber hart ans Werk:
1. Tag: Dämmplatten, Eisengitter, Kanalrohre, Kellerplatte betonieren,
3. Tag: Schalplatten abnehmen (nein, sie mussten die Platten nicht bergauf zum Laster tragen, wurden vom Kran gehoben!), Außenwände mauern,
5. Tag: Einhängedecke auflegen,
6. Tag: Sonntag – was ist das? Baustelle aufräumen, dies und das,
7. Tag: Kellerdecke schalen und betonieren,
8. Tag: Schalung abnehmen, Außenisolierung beginnen,
9.Tag: Regen und Sturm, endlich Pause.
Die Moral war aber hervorragend, nicht zuletzt wegen der Wohn-/Essensgemeinschaft mit den Helfern. Für mich eine neue Erfahrung: täglich 4 Mahlzeiten für 6 Schwerarbeiter zuzubereiten. Der Rest bleibt uns beiden, von Außenisolierung bis Ziegel mauern – Zeit haben wir ja, und so wollen wir möglichst viel selber machen.
Juni 08
Die Vorbereitungen für die Weberische Familien-Feier laufen auf Hochtouren: 66 Verwandte sind eingeladen, das Sonnwendfeuer aufgeschichtet – jetzt fehlen nur mehr Sitzmöbel: die 100 Heuballen für die Freilandsofas werden wir in den nächsten Tagen bei Schönwetter produzieren. Auf dem Feld wächst bei diesem schwül-heißen Wetter alles herrlich an: Salat, Rukola, Rettich, Riesen-Erdbeeren essen wir täglich – natürlich bio!
In der Schlaraffen-Wiese wachsen Erdbeeren
und am Acker Erdäpfel soweit das Auge reicht (na ja, kommt auf die Dioptrien an).
Das Hausbau-Projekt nimmt langsam Formen an: der Einreichplan und erste Verhandlungen mit den ausführenden Firmen sind abgeschlossen – nur die bürokratischen Mühlen mahlen bekanntlich etwas langsam! Diverse Sonderangebote, wie Fliesen, Kastln, etc. stapeln sich schon im Stadl.
Der erste Bagger ist da:
Das Sonnwend-Fest war ein Großereignis mit einem Wiedersehen von verschollen-geglaubten Verwandten untereinander.
Ich habe die letzten zwei Tage Geld verdient, und zwar bei einer ORF-Quiz-Show in Köln – für ein paar Scheibtruhen voll Ziegel reicht’s grade. Geld soll ja nicht alles sein und der Erlebniswert war einmalig.
Mai 08
Der große Acker füllt sich langsam: 72 Kürbispflanzen sollen sich dort neben Erdäpfeln, Kukuruz und Burgunderrüben (für die Viecher und für uns) ordentlich ausbreiten. Die Kürbisse werden laut Beschreibung je 30 – 50 kg groß! Für den Winter wären wir also schon mal versorgt!
Unsere Linzer Freunde Renate und Sepp wünschen festzuhalten, dass es im Südburgenland auch regnen kann - und wie! Genau während unseres Spaziergangs! Nur die Grillerei und der Sonnenbrand am nächsten Tag konnten sie wieder versöhnen.
Die Tierwelt auf unserem Hof entwickelt sich höchst erfreulich – nein, ich meine nicht die Schnecken auf den Salatblättern! Johnny hat seinen gefährlichen Kaninchenschnupfen fast los – dank unserer konsequenten Thymian/Salbei-Blätter-Therapie. Die Hendln sind äußerst brav beim Liefern von Kuchenzutaten. Die Arbeit mit ihnen hält sich in Grenzen (zumindest für mich): Gerhard macht ihnen spätestens um 7 Uhr früh das Türl auf – da klopfen sie schon an ihr Fenster, entfernt jeden zweiten Tag den Mist, mäht ihnen ein paar Büschel Gras, nimmt so gegen Mittag 5 Eier in Empfang und macht abends – aber erst 2 Minuten vor völliger Dunkelheit („ma könnt ja was versäumen“ Original-Zitat der Hühner) – das Türl wieder zu. Alles in allem ca. 15 Minuten pro Tag; eigentlich nicht arg für herrliche Bio-Eier, oder?
Unser Fuhrpark hat sich in der letzten Woche drastisch vergrößert: jetzt besitzen wir zusätzlich einen Balkenmäher, Heupresse und Heublitz (schon wieder diese Vokabel!) – geht einfach nicht anders, wenn man halbwegs autark sein will.
Mit den warmen Temperaturen kommen noch mehr liebe Besucher: in Graz, Wien und Wolfsthal hat sich unsere alternative Lebensweise schon herumgesprochen und sogar Camping haben Tante und Onkel vor unserem Haus getestet!
April 08
Hühner-Verhaltensforschung betreiben wir weiterhin und die Fünf danken es uns täglich mit 4 bis 5 Eiern, einer freudigen Begrüßung, wenn wir auch nur am Zaun vorbeigehen wollten und ein paar vertraulichen Gackerern. Meine gejäteten Un-pardon-Beikräuter aus dem Gemüsebeet schmecken ihnen schon - gekochte Erdäpfel und Reis lieben sie! Glückliche Hühner am glücklichen Bauernhof!
Eine Abordnung der Hörbiger-Pensionisten hat uns diese Woche besucht:
Ingeborg und Rudi bringen intellektuelles Großstadtflair und nehmen ein paar Bio-Bauernhofeier inklusive Energy-Landluft mit.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen (noch eine???) fiel mir eine Ausbildung zur Kultur- und Landschaftsführerin in die Hände. In den nächsten drei Monaten werde ich an insgesamt 17 Tagen Geschichte, Kultur, Botanik, Sozio- und Geologie der Region inklusive einer extra-netten Gruppe von KursteilnehmerInnen kennenlernen. Meine neue Heimat kriegt immer neue Facetten, und Land und Leute haben viel Interessantes zu bieten. Ob daraus ein Beruf als Fremdenführerin wird, steht noch in den burgenländischen Sternen. Eine Touristen-Idee hätte ich schon: Rad-Tour mit Einkaufswagerl zum Hofer – ob das ein Hit wird?
Unser neues Haus steht zumindest in unseren Köpfen schon fix fertig da: nur, dass vor dem tatsächlichen Baubeginn noch 1000e Entscheidungen zu treffen sind. Aktuellst: Küche, Boden, Wünschelrute, Helfer, Zufahrt, Kanalisierung – um nur einige zu nennen.
Trauma im Hühnerhof: seit Donnerstag Mittag sind die Hühner entweder in der Pubertät oder es gab ein einschneidendes Erlebnis in Form von Hund/Katz/Ratz. Alle fünf sind völlig verschreckt und stehen in Weglaufposition meistens auf einem Bein. Sony – die bis dahin immer die Außenseiterin gewesen ist, hat sich mit einem Schlag zur Tyrannin entwickelt und peckt vornehmlich unsere Vroni in den Nacken, dass die Federn fliegen. Die kann sich scheinbar nicht wehren, wird immer scheuer und dünner. Ein Drama! Brauchen wir einen Tierarzt, oder gar einen Psychologen? Publikumsjoker: was sollen wir tun?
Noch ein Riesen-Event: die ersten Grazer (außer Papa) waren da! Tante Ilse mit Onkel Heinz und Cousin Gerhard mit Frau Maxi kamen zu Besuch auf unseren Bauernhof und waren etwas beruhigter (fast ein bissl überzeugt), dass unser Projekt hier nicht ganz so hinterweltlerisch ist.
Was gibt es neues in unserer kleinen Welt? Endlich das Traumwetter zum Erdäpfel-Setzen – und das mit Begleitung des Waldorchesters mit Kuckucks-Solo und Specht-Percussion im Hintergrund; da spürt man das Kreuzweh gar nicht mehr!
Die Hühner haben wir kürzlich auf der großen Wiese Gassi geführt – damit sie die große weite Welt kennen lernen. Und prompt hat die Toni auch gleich eine Blindschleiche gefunden! Alle anderen 4 natürlich minutenlang hinterher, da und dort ein Stück abgebissen bis nur mehr die Hälfte übrig war und – schwups – hat sie’s der Länge nach als Ganzes runtergeschluckt! Pure Gier und Neid! Schön, wenn man Zeit hat, so kleine Sensationen zu beobachten.
Der Wünschelrutengeher hat unseren zukünftigen Hausplatz auf Wasseradern und Erdstrahlen untersucht und fast nur Erfreuliches gefunden: wenn wir einen Meter rücken haben wir nur positive Strahlen im Haus. Jetzt müssen wir noch auf die Genehmigung der Landesregierung warten und dann geht’s los!
März 08
Fleisch und Würste sind geräuchert und müssen nur noch etwas abliegen – der Osterhase kann kommen!
Nachbarin Michaela wollte unbedingt ihre wild aufgegangenen Weingartenpfirsichbäume loswerden – so wachsen sie nun auf unserem Grund weiter. Topinambur, Süsskartoffeln, Ingwer und Zitronengras sind schon eingesetzt – sind doch modern, oder? Das Klima müsste hier im Südburgenland eigentlich passen – im Vergleich zum Wetterbericht haben wir’s hier fast immer schöner, wärmer, sonniger (pst - nicht weitersagen)!
Nach 10 Tagen Hühnerhaltung fühle ich mich schon wie der weibliche Hendl-Konrad-Lorenz – nicht nur weil die fünf mir immer nachrennen, sobald ich am Zaun vorbei gehe. Die Anfangsschwierigkeiten haben die Braunen bald überwunden: zum Beispiel wussten sie nicht, für was die Stange im Stall sein soll, wie man den Hügel runter geht, ohne die Kontrolle zu verlieren und unten am Zaun anzudutschen, oder, dass das Heunesterln zum Eierlegen vorbereitet ist und nicht zum Zerrupfen und durch den Stall schleppen. Die Überraschung für mich ist, dass sie so zutraulich sind, gleich zum Zaun kommen und drauf los gackern („Wo warst du denn so lang? Uns ist ja sooo fad!“). Am Abend, wenn sie noch nicht schlafen gehen wollen („Nur noch ein Grashalm...“), kann man sie mühelos einfangen und beim Türl reinschieben. Fressen wollen sie zur Zeit nur das Feinst(gemahlen)e, ganze Körndln sind zu mühsam – und Sand und Steinchen! Wenn wir Küchenabfälle über den Zaun warfen, haben sie zuerst nicht gewusst, was das sein soll (in der Aufzucht sicher nicht vorgekommen), aber jetzt wagen sie sich schon manchmal an Salatblätter und gierig auf Eierschalen („Endlich mal was G’scheites!“). Ach ja, die Eier sind noch ganz klein – wusste gar nicht, das junge Hühner (20 Wochen) kleine Eier legen – und so superfrisch: ganz schwer zwischen Eiweiß und -gelb zu trennen! Alles in allem eine lustige Bereicherung!
Nach einer Shoppingtour nach Ungarn, haben wir uns auf Plantagengröße - für unsere Verhältnisse - herangearbeitet (5 Stunden Löcher gegraben und wieder zugeschüttet, etc.): 15 neue Obstbäume (u.a. Mandeln, Quitten, etc.), in Summe also schon über 50 plus 10 Weinstöcke! Die Hörbiger-Marillen blühen schon - herrlicher Anblick!
Nachbar Adi war so nett, unseren im Herbst gepflügten Acker mit seiner Kreisel-Egge (was ich hier schon für Vokabel gelernt hab!) zu zerfurchen – hätte händisch Tage gebraucht bis unmöglich gewesen. Lustig, dass sein 4WD-Traktor größer ausschaut als unser Feld...
Nach langem Rechnen und Planen und noch mal Planen und Rechnen haben wir unser neues Haus bestellt: die Grundidee hat sich beim Hühnerstall ja bewährt – viel Fenster im Süden und Pultdach. 
Wir haben erkennen müssen, dass das Wohnen im derzeitigen alten Bauernhof zwar sehr idyllisch aussieht, aber viel, viel Arbeit und Kosten ohne Ende bedeuten würde: auf der einen Seite die Risse zuschmieren, am anderen Ende reißen sie wieder auf – abgesehen von neuen Fenstern, Dach, Isolierung, etc., etc.
Die Baugenehmigung am großen Grund in St. Michael ist so gut wie durch und wir dürfen auf dem Südhang unser Traumhaus bauen: klein, kompakt, modern, sparsam. Wir wollen natürlich auch viel selbst machen – Zeit haben wir ja und g’schickt ist Gerhard auch! Start soll schon im Sommer sein – Ferienjobs zu vergeben!
weils woahr is
Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen.
Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hatte.
Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur, nicht lange.“
Daraufhin frage der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen.
Der Mexikaner sagte, die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.
Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun sie denn mit dem Rest des Tages?“ Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe in das Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“
Der Banker erklärte: „Ich bin Harvard Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis sie eine ganze Flotte haben.
Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren.
Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York umziehen, von wo aus sie dann ihr florierendes Untenehmen leiten.“
Der Mexikaner fragte: „und wie lange wird dies dauern?“ Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“ Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“
Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen, ihre Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“
Der Mexikaner sagte: „Millionen, und dann?“
Der Banker sagte: „Dann könnten sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren gehen, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen.“