Mai 08

Wir liegen voll im Trend des Klimawechsels und setzen jetzt auf Bananen: die erste Palme ist gesetzt und soll heuer noch 4 m (in Worten: vier Meter) hoch werden. Besichtigungen nach Voranmeldung! Und - die Drachenfruchtbäume blühen schon – zauberhaft! Überraschung: Franz, ein wohlmeinender Dorfbewohner, kam uns besuchen. Er hat gehört, dass wir uns Hasen halten wollen und, na ja, da ist was passiert, na ja, es ist ihm ein schöner Kerl zugelaufen, und, na ja, ob wir ihn haben wollen. Nach einem Stamperl oder zwei besichtigten wir Haus und Hof und Hasen und ... fanden ihn auch seeehhhr schön. Jetzt wohnt er im Stall und Gehege, das wir für unsere zwei Häsinnen für Juni vorbereitet haben und fühlt sich hasenwohl. Einen Namen hat er auch schon: Johnny, der Fesche. Die Häsinnen werden wohl eine neue Villa gezimmert kriegen müssen. Ob Johnny der Vater unserer zukünftigen Hasenzucht werden kann, ist noch offen...
Der große Acker füllt sich langsam: 72 Kürbispflanzen sollen sich dort neben Erdäpfeln, Kukuruz und Burgunderrüben (für die Viecher und für uns) ordentlich ausbreiten. Die Kürbisse werden laut Beschreibung je 30 – 50 kg groß! Für den Winter wären wir also schon mal versorgt!

Geruhsames Picknick auf den positiven Erdstrahlen unseres demnächst zu bauenden Hauses mit Sylvia&Martin, Herta&Werner – alle fühlen sich sehr entspannt und genießen die Ruhe und den Ausblick auf die Hügel.
Mein Kurs gestaltet sich jedes Mal höchst interessant - nicht nur wegen der freundschaftlichen Atmosphäre unter den KollegInnen, sondern auch wegen der hochkarätigen Vortragenden – ein Super-Start für mich in der neuen Umgebung! Und bei so viel Kultur und Natur darf natürlich die Gemütlichkeit nicht auf der Strecke bleiben!

Unsere Linzer Freunde Renate und Sepp wünschen festzuhalten, dass es im Südburgenland auch regnen kann - und wie! Genau während unseres Spaziergangs! Nur die Grillerei und der Sonnenbrand am nächsten Tag konnten sie wieder versöhnen.

Die Tierwelt auf unserem Hof entwickelt sich höchst erfreulich – nein, ich meine nicht die Schnecken auf den Salatblättern! Johnny hat seinen gefährlichen Kaninchenschnupfen fast los – dank unserer konsequenten Thymian/Salbei-Blätter-Therapie. Die Hendln sind äußerst brav beim Liefern von Kuchenzutaten. Die Arbeit mit ihnen hält sich in Grenzen (zumindest für mich): Gerhard macht ihnen spätestens um 7 Uhr früh das Türl auf – da klopfen sie schon an ihr Fenster, entfernt jeden zweiten Tag den Mist, mäht ihnen ein paar Büschel Gras, nimmt so gegen Mittag 5 Eier in Empfang und macht abends – aber erst 2 Minuten vor völliger Dunkelheit („ma könnt ja was versäumen“ Original-Zitat der Hühner) – das Türl wieder zu. Alles in allem ca. 15 Minuten pro Tag; eigentlich nicht arg für herrliche Bio-Eier, oder?
Unser Fuhrpark hat sich in der letzten Woche drastisch vergrößert: jetzt besitzen wir zusätzlich einen Balkenmäher, Heupresse und Heublitz (schon wieder diese Vokabel!) – geht einfach nicht anders, wenn man halbwegs autark sein will.
Mit den warmen Temperaturen kommen noch mehr liebe Besucher: in Graz, Wien und Wolfsthal hat sich unsere alternative Lebensweise schon herumgesprochen und sogar Camping haben Tante und Onkel vor unserem Haus getestet!

April 08

Sorry, die BMW ist verkauft! Mit einem weinenden und einem lachenden Auge von Gerhard – lachend nur, weil die Käufer aus dem Nachbarort und so nett sind und gleich auf einen 2-Stunden-Kaffee-Klatsch blieben – typisch burgenländisch!
Hühner-Verhaltensforschung betreiben wir weiterhin und die Fünf danken es uns täglich mit 4 bis 5 Eiern, einer freudigen Begrüßung, wenn wir auch nur am Zaun vorbeigehen wollten und ein paar vertraulichen Gackerern. Meine gejäteten Un-pardon-Beikräuter aus dem Gemüsebeet schmecken ihnen schon - gekochte Erdäpfel und Reis lieben sie! Glückliche Hühner am glücklichen Bauernhof!
Eine Abordnung der Hörbiger-Pensionisten hat uns diese Woche besucht:

Ingeborg und Rudi bringen intellektuelles Großstadtflair und nehmen ein paar Bio-Bauernhofeier inklusive Energy-Landluft mit.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen (noch eine???) fiel mir eine Ausbildung zur Kultur- und Landschaftsführerin in die Hände. In den nächsten drei Monaten werde ich an insgesamt 17 Tagen Geschichte, Kultur, Botanik, Sozio- und Geologie der Region inklusive einer extra-netten Gruppe von KursteilnehmerInnen kennenlernen. Meine neue Heimat kriegt immer neue Facetten, und Land und Leute haben viel Interessantes zu bieten. Ob daraus ein Beruf als Fremdenführerin wird, steht noch in den burgenländischen Sternen. Eine Touristen-Idee hätte ich schon: Rad-Tour mit Einkaufswagerl zum Hofer – ob das ein Hit wird?


Unser neues Haus steht zumindest in unseren Köpfen schon fix fertig da: nur, dass vor dem tatsächlichen Baubeginn noch 1000e Entscheidungen zu treffen sind. Aktuellst: Küche, Boden, Wünschelrute, Helfer, Zufahrt, Kanalisierung – um nur einige zu nennen.
Trauma im Hühnerhof: seit Donnerstag Mittag sind die Hühner entweder in der Pubertät oder es gab ein einschneidendes Erlebnis in Form von Hund/Katz/Ratz. Alle fünf sind völlig verschreckt und stehen in Weglaufposition meistens auf einem Bein. Sony – die bis dahin immer die Außenseiterin gewesen ist, hat sich mit einem Schlag zur Tyrannin entwickelt und peckt vornehmlich unsere Vroni in den Nacken, dass die Federn fliegen. Die kann sich scheinbar nicht wehren, wird immer scheuer und dünner. Ein Drama! Brauchen wir einen Tierarzt, oder gar einen Psychologen? Publikumsjoker: was sollen wir tun?
Noch ein Riesen-Event: die ersten Grazer (außer Papa) waren da! Tante Ilse mit Onkel Heinz und Cousin Gerhard mit Frau Maxi kamen zu Besuch auf unseren Bauernhof und waren etwas beruhigter (fast ein bissl überzeugt), dass unser Projekt hier nicht ganz so hinterweltlerisch ist.

Was gibt es neues in unserer kleinen Welt? Endlich das Traumwetter zum Erdäpfel-Setzen – und das mit Begleitung des Waldorchesters mit Kuckucks-Solo und Specht-Percussion im Hintergrund; da spürt man das Kreuzweh gar nicht mehr!
Die Hühner haben wir kürzlich auf der großen Wiese Gassi geführt – damit sie die große weite Welt kennen lernen. Und prompt hat die Toni auch gleich eine Blindschleiche gefunden! Alle anderen 4 natürlich minutenlang hinterher, da und dort ein Stück abgebissen bis nur mehr die Hälfte übrig war und – schwups – hat sie’s der Länge nach als Ganzes runtergeschluckt! Pure Gier und Neid! Schön, wenn man Zeit hat, so kleine Sensationen zu beobachten.
Der Wünschelrutengeher hat unseren zukünftigen Hausplatz auf Wasseradern und Erdstrahlen untersucht und fast nur Erfreuliches gefunden: wenn wir einen Meter rücken haben wir nur positive Strahlen im Haus. Jetzt müssen wir noch auf die Genehmigung der Landesregierung warten und dann geht’s los!

März 08

Wir haben den Hühnerstall laut Plan aus einem Schuhkastl, einer Garderobe und 2 Kastentüren fertiggestellt (eigentlich auch unser Traumhaus: Pultdach und große Südfenster) und mit 5 girls belegt:Moni, Vroni, Toni, Maroni und Sony – eine hübscher als die andere. Durch die Umsiedlung sind sie noch ein bissl schüchtern, aber schon am ersten Tag haben sie ihre Produkte in der Eiablage deponiert. (Ei-Automat: von außen bedienbar!)Der Winter ist uns noch in guter Erinnerung und so haben wir schon mal die nächsten 10 m³ Holz bestellt und natürlich in 2 Tagen selbst geschnitten und geschlichtet – bis in die Nacht! Sehr meditative Tätigkeit - ersetzt einige Yoga- und Bauch-Bein-Po-Stunden; so ein Einmeterbuchenscheitl nimmt's leicht mit diesen neumodernen Hanteln auf! Viele haben gesagt, sie bewundern unseren Mut zum Aussteigen: die Wahrheit ist, mit einem Mann mit diesem Fleiß und Anflügen von Sklaventreibermentalität kann eigentlich nix schief gehen: dann heißt es hart arbeiten von 7 – 19h, ok. - mit zwei kleinen Pausen... Jetzt haben wir wenigstens wieder Holz vor der Hütte;-)(beachte den frisch gestrichenen Traktor!)
Fleisch und Würste sind geräuchert und müssen nur noch etwas abliegen – der Osterhase kann kommen!
Nachbarin Michaela wollte unbedingt ihre wild aufgegangenen Weingartenpfirsichbäume loswerden – so wachsen sie nun auf unserem Grund weiter. Topinambur, Süsskartoffeln, Ingwer und Zitronengras sind schon eingesetzt – sind doch modern, oder? Das Klima müsste hier im Südburgenland eigentlich passen – im Vergleich zum Wetterbericht haben wir’s hier fast immer schöner, wärmer, sonniger (pst - nicht weitersagen)!

Wir sind grade erst draufgekommen, dass man in diesen blog seit längerem keine Kommentare einfügen konnte! Wir haben uns schon gewundert, dass keiner von euch (100 Besucher in 5 Wochen) was zu sagen hat ;-) Wir haben den Schaden behoben und freuen uns über euren Senf...
Nach 10 Tagen Hühnerhaltung fühle ich mich schon wie der weibliche Hendl-Konrad-Lorenz – nicht nur weil die fünf mir immer nachrennen, sobald ich am Zaun vorbei gehe. Die Anfangsschwierigkeiten haben die Braunen bald überwunden: zum Beispiel wussten sie nicht, für was die Stange im Stall sein soll, wie man den Hügel runter geht, ohne die Kontrolle zu verlieren und unten am Zaun anzudutschen, oder, dass das Heunesterln zum Eierlegen vorbereitet ist und nicht zum Zerrupfen und durch den Stall schleppen. Die Überraschung für mich ist, dass sie so zutraulich sind, gleich zum Zaun kommen und drauf los gackern („Wo warst du denn so lang? Uns ist ja sooo fad!“). Am Abend, wenn sie noch nicht schlafen gehen wollen („Nur noch ein Grashalm...“), kann man sie mühelos einfangen und beim Türl reinschieben. Fressen wollen sie zur Zeit nur das Feinst(gemahlen)e, ganze Körndln sind zu mühsam – und Sand und Steinchen! Wenn wir Küchenabfälle über den Zaun warfen, haben sie zuerst nicht gewusst, was das sein soll (in der Aufzucht sicher nicht vorgekommen), aber jetzt wagen sie sich schon manchmal an Salatblätter und gierig auf Eierschalen („Endlich mal was G’scheites!“). Ach ja, die Eier sind noch ganz klein – wusste gar nicht, das junge Hühner (20 Wochen) kleine Eier legen – und so superfrisch: ganz schwer zwischen Eiweiß und -gelb zu trennen! Alles in allem eine lustige Bereicherung!
Nach einer Shoppingtour nach Ungarn, haben wir uns auf Plantagengröße - für unsere Verhältnisse - herangearbeitet (5 Stunden Löcher gegraben und wieder zugeschüttet, etc.): 15 neue Obstbäume (u.a. Mandeln, Quitten, etc.), in Summe also schon über 50 plus 10 Weinstöcke! Die Hörbiger-Marillen blühen schon - herrlicher Anblick!
Nachbar Adi war so nett, unseren im Herbst gepflügten Acker mit seiner Kreisel-Egge (was ich hier schon für Vokabel gelernt hab!) zu zerfurchen – hätte händisch Tage gebraucht bis unmöglich gewesen. Lustig, dass sein 4WD-Traktor größer ausschaut als unser Feld...
Wir konnten Ostern nicht mehr erwarten und haben den ersten selbstgeräucherten Speck kosten müssen: köstlich! Zuerst ist das rohe Fleische 2 Wochen in der Sur gelegen (statt "gespritzt", wie das fertig Gekaufte!) - immer wieder mal kontrollieren und drehen. Danach immer 1 Selchtag (kalt geräuchtert bei 25 Grad) und 1 Ruhetag abwechselnd 4 mal. Dann so lange wie möglich kühl hängen und trocknen lassen - so lang wie man's eben aushält...

Nach langem Rechnen und Planen und noch mal Planen und Rechnen haben wir unser neues Haus bestellt: die Grundidee hat sich beim Hühnerstall ja bewährt – viel Fenster im Süden und Pultdach.

Wir haben erkennen müssen, dass das Wohnen im derzeitigen alten Bauernhof zwar sehr idyllisch aussieht, aber viel, viel Arbeit und Kosten ohne Ende bedeuten würde: auf der einen Seite die Risse zuschmieren, am anderen Ende reißen sie wieder auf – abgesehen von neuen Fenstern, Dach, Isolierung, etc., etc.
Die Baugenehmigung am großen Grund in St. Michael ist so gut wie durch und wir dürfen auf dem Südhang unser Traumhaus bauen: klein, kompakt, modern, sparsam. Wir wollen natürlich auch viel selbst machen – Zeit haben wir ja und g’schickt ist Gerhard auch! Start soll schon im Sommer sein – Ferienjobs zu vergeben!

weils woahr is

Geschichte vom Sinn des Lebens (von Anita)

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen.
Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hatte.
Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur, nicht lange.“
Daraufhin frage der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen.
Der Mexikaner sagte, die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.
Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun sie denn mit dem Rest des Tages?“ Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe in das Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“
Der Banker erklärte: „Ich bin Harvard Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis sie eine ganze Flotte haben.
Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren.
Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York umziehen, von wo aus sie dann ihr florierendes Untenehmen leiten.“
Der Mexikaner fragte: „und wie lange wird dies dauern?“ Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“ Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“
Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen, ihre Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“
Der Mexikaner sagte: „Millionen, und dann?“
Der Banker sagte: „Dann könnten sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren gehen, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen.“

Februar 08

Unser Stammbaum ist mittlerweile auf 245 Mitglieder angewachsen. Wir erforschen unsere alten Fotos und fragen die Tanten aus - besonders Erna und Resi wissen, obwohl oder gerade weil sie beide fast blind sind, unendlich viele Namen und genaueste Daten! Oma Juliane und Opa Paul Weber im Garten vor dem "Schecken"-Haus in Deutsch Tschantschendorf ca. 1955.

Unser neues Leben – ist es wirklich so neu?
Wir haben viel Zeit, Zeit die wir für lange Aufgeschobenes verwenden, für Planung von Neuem (Gemüseanbau, Hausbau?, Radausflüge), aber leider auch für bürokratische Hürden (Baugenehmigung, Versicherung, Ummeldungen wegen Übersiedlung). Die gelassene Einteilung der Zeit muss ich wieder neu lernen, z.B. nicht automatisch alles schnell-schnell, nebenbei und doppelgleisig erledigen.
Wir brauchen weniger Geld: durch die einfacheren Wohnverhältnisse haben sich die Betriebskosten ca. auf 1/2 bis 2/3 (Genaueres erst nach einem Jahr) reduziert. Durch den Wegfall der Bürofahrten haben sich die Benzinkosten drastisch gesenkt. Einkaufen fahren wir alle 10 Tage (20km), Kleinigkeiten erledigen wir zu Fuß (6km hin und retour mit Rucksack 2 Stunden – sehr entspannend!). Besonders durch den Umzug ist uns erst bewusst geworden, wie viele Sachen wir haben (sh. Liste oben), wie lange wir damit auskommen können, wie wenig wir daher kaufen müssen - das Haus haben wir ohne zusätzliche Möbel zu kaufen eingerichtet. Verführungen wie Schaufenster und 1€-Shops fallen komplett weg. Übrigens: interessante story einer australischen Familie 6 Monate ohne Geld auszukommen http://www.lintrezza.com/
Menschen: Kontakte müssen nicht geplant und gedrängt absolviert werden. Der 8- stündige Besuch der Cousine ist spontan und wird sehr gemütlich – es drängt ja nichts. Das Anmelden des Autos im Versicherungsbüro wird zu einem privaten Plauderstündchen mit den netten Büromenschen, die selbst vor der Großstadthektik geflüchtet sind. Die Aufgeschlossenheit der Einheimischen erinnert uns an Neuseeland – und wir mussten gar nicht so weit fliegen!
Essen: Dass wir beide 3-4 Mahlzeiten täglich zuhause einnehmen, ist schon eine Umstellung: ständig vorbereiten, kochen, abwaschen. Unsere Miniküche wird voll genutzt. Wir essen noch einfacher und natürlicher als eh schon immer; Brot, Nudeln, und so viel als möglich anderes Selbstgemachtes. Unsere ungeheizte Speis ist eine Schatzkammer und gleichzeitig Sparpotenzial: Kühlschrank brauchen wir keinen – erst wenn das Bier im Sommer zu warm wird ;-)
Unsere Kreativität können wir voll ausleben: ich auf der Bastel-, Koch- und Blog-Ebene; Gerhard auf der Reparier- und Erfinderwelle. Er kann seine technischen Fähigkeiten endlich total nützen; versucht alles zu reparieren, verbessern, improvisieren. Die Einspritzpumpe beim Traktor hat er selbst zerlegt und neu gedichtet: um € 2,- Dichtungsringe gekauft und den Rest aus Dichtungsmaterial selbst zugeschnitten – Ersparnis € 1.000,- gegenüber Neukauf und Einbau! Und die Befriedigung – unbezahlbar!

Die Würfel sind gefallen: die Entscheidung fürs Sesshaft-Werden, gegen Globetrotting - wir bauen einen Hühnerstall! Statische Planung in 3D am Küchentisch (KAD - Küchentisch-aided-design); Material: Altmöbel echt Resopal! Auf das Ergebnis sind wir – und Ihr sicherlich auch – schon sehr gespannt... Bei einem Besuch in Susi&Richis weststeirischem Paradies haben wir uns in ihre Heidschnucken verliebt und sind schon am Träumen über Zäune, Stall, Futter, Wollverarbeitung und schnuckeligen Nachwuchs. Auch die Enten von Berta sind ganz süß und nicht so bissig wie Günters Gänse ... vielleicht schlüpfen ja bald ein paar Kleine für uns?!

wenns wos kaufn wollts

Honig, wenn er net aus is
Propolistropfen
Fisolen
Kräutergart'l Likör
Eierlikör ("Der Beste meines Lebens", Zitat Thomas aus Stuttgart)
Nougat-, Kakaolikör
Uhudlergelee
Bio-Äpfel
Quitten-Geleezuckerl
Holler-Apfel-Marmelade
Pfirsich-Ananassalbei-Marmelade
Ganswies'ntee
Salzgurken
Lustige Birne
Ketchup mit Gartenkräutern mild/hot
Apfel-Chili-Grillsauce
Apfel-Rosinen-Chutney
Kirsche-Zitronenmelissen-Marmelade
Erdbeer-Rhabarber-Marmelade
Ringelblumenseife
Kaffeeseife
getrocknete Steinpilze
Bauernhofeier in allen Größen
Uhudler
Birnenschnaps

anfoch und kost net vül

Eierlikör bei Eierüberproduktion:
1/4 Schlag mit 1/8 Milch aufkochen und abkühlen lassen
6 Dotter mit 15 dag Zucker und 1 Vanillezucker sehr schaumig rühren
alles vermixen und über Nacht den Schaum setzen lassen.
Am nächsten Tag 1/16 Weingeist und 1/16 Cognac einrühren.
Hält sich lange - oder eben nicht!

Die übriggebliebenen Eiweiße friere ich ein oder mach gleich einen von den zwei super-saftigen Kuchen:

Schokokuchen:
6 Eiklar zu Schnee schlagen
12 dag Zucker
12 dag griffiges Mehl
12 dag Butter/Margarine mit 12 dag Schoko erweichen
1 Messerspitze Backpulver
160° , 30-35 Minuten

Nusskuchen:
6 Eiklar zu Schnee schlagen
15 dag Zucker
1 Vanillezucker
15 dag Nüsse grob gehackt
5 dag Rosinen
5 dag Schoko grob gehackt
10 dag zerlassene Butter/Margarine
15 dag glattes Mehl
1 Messerspitze Backpulver
160° , 30-35 Minuten

Selbstgemachter Strudelteig für die vielen Äpfel
1/4kg glattes Mehl, 1 KL Salz, 1 EL Öl, 1/8 l lauwarmes Wasser in der Küchenmaschine rühren bis eine Kugel entsteht, rasten lassen während du die Fülle vorbereitest. Teig auf großem Tuch am Tisch auswalken und -ziehen bis er doppelte Blechgröße hat. Fülle auf einer Hälfte verteilen, mithilfe des Tuchs einrollen, aufs Blech rollen, mit Wasser oder Ei bepinseln, bei 175° für 45 Min. backen.

Schwedischer Appelkakka
Apfelkompott mit wenig Saft auf Biskotten in Schüsserln verteilen, mit Zimt ev. Calvados/Rum und Schlag/Vanilleeis servieren.

Rukola
ansäen und üppigst ernten ohne Mühe - bringt nussig-würzigen Geschmack in jeden Salat, Nudelgerichte oder Pizza (mit Prosciutto) - super!

Rhabarber-Blüten Gemüse
Die Rhabarber-Blüten sollen ja ohnehin abgeschnitten werden, damit sie der Pflanze nicht zuviel Kraft entziehen - also ab ins kochende Wasser. Ein paar Minuten ziehen lassen ergeben sie eine herrlich exotische Beilage.

Wildkräuter mit Super-Vitaminen und Mineralstoffen
Auf jeden Salat kommen frisch von der ungedüngten (und hundefreien) Wiese: Löwenzahn, Gänseblümchen, Giersch, Sauerampfer, Sternmiere, Gundermann, u.a.
Bärlauch wächst hier leider nicht!

Apfelschalentee
Beim Strudel-, Kuchen-, Kompottmachen gebe ich die Schalen und Gehäuse der Äpfel zusammen mit einer Zimtrinde in eine Teekanne, gieße auf und habe einen fruchtigen Natur-Tee.

Feinwäschesack
Ausgedientes Hemd oder Bluse unter den Achseln waagrecht abschneiden und abnähen; am unteren Saum abnähen. Fertig ist ein Wäschesack mit Knöpfen für empfindliche Wäschestücke; Arbeitsaufwand 5 Minuten.

Vegetarischer Aufstrich
1/2 Ziebel anschwitzen, 1 Tasse Linsen , Curry, Pfeffer, (ev. Karotten oder anderes kleingeschnittenes Gemüse) in 1 Tasse Wasser weichkochen, salzen und pürieren.

Orangenduft und – wischwasser
Orangenschalen in Wasser ein paar Minuten kochen – verbreitet angenehmen Duft und kann dann abgeseit zum Aufwischen von glatten Böden verwendet werden: glänzt und duftet!

Badreiniger
1/3 Spülmittel, 1/3 Essig und 1/3 Wasser sind ideal zum Reinigen von Waschbecken, Wanne, etc. Löst Fett und Kalk und riecht frisch!

Nudeln oder Reis kochen in der Thermosflasche
Abgemessene Menge Reis und kochendes Wasser in die Thermos gießen, abwarten und servieren. Das gleiche ist mit Nudeln möglich; mit Zeiten und Mengen experimentieren!

Schottischer Crumble von Tante Ilse
½ kg Äpfel entkernen und in Spalten in eine Auflaufform, darüber frische oder gefrorene Beeren, darüber Streusel:
6 dag flüssige Butter
6 dag grob gehackte Mandeln oder Nüsse
6 dag Zucker
12 dag Mehl
Zimt,
verrühren bis alles krümelig wird. Bei 200° für 30 Min. ins Rohr. Super Nachspeise ist warm oder kalt köstlich, mit Eis oder Schlag oder ohne; Obst nach Geschmack variierbar.