November 11


Eine besonders traurige Woche liegt hinter uns: seit sieben Tagen haben wir unseren Leo nicht mehr gesehen! Unser Süßer, der doch sonst mehrmals täglich bei der Tür reinschaut, zum Fressen kommt, seine Streicheleinheiten abholt, bei der Arbeit Gesellschaft leistet, ist einfach nicht mehr aufgetaucht. Ist er in einem fremden Haus (unabsichtlich) eingesperrt? Hat er sich im Nebel verlaufen? Haben ihn die Hormone (trotz Kastration) zum Abenteuer getrieben? Gibt man ihm wo anders leckereres Futter? Oder ist noch Schlimmeres passiert? Wir sind verzweifelt! Wer hat unseren Kater gesehen???

Oktober 11

Einige zoologische Umstellungen gibt es bei uns vor Beginn der kalten Jahreszeit:
Schweren Herzens wurden die Heidschnuckenschafe Brickerl und Brownie zu neuen Besitzern ins Nordburgenland verlegt: unser „Schafnetz“ als Zaun wurde leider schon für zwei Lämmchen zur Todesfalle. Die Errichtung von 500m Holzzaun mit Elektrodraht und einem neuen rammfesten Unterstand hätten unseren finanziellen Einsatz ins 4-stellige getrieben, die Erlöse jedoch kaum gesteigert. Diese Tierrasse hat einfach nicht zu unseren Gegebenheiten gepasst – so etwas muss man sich auch eingestehen können, bevor es noch mehr Opfer gibt!
Die geschenkten Wachteln haben trotz neu-gezimmerter Villa immer noch scheu-hysterische Anwandlungen UND legten in 3 Monaten nur 10 Eier! Das zeugt davon, dass ihnen irgendwas nicht passt: Futter, Licht, Wärme, Tapete, Sektmarke, … wir wissen’s nicht und somit müssen wir auch hier bald eine Entscheidung treffen: Spieß oder Pfanne!
Jetzt aber die positive Wendung: von Julia haben wir über den Tauschkreis ein ganz hübsches Lauf-Stockentenpärchen Emil &Emilie bekommen. Ganz genau können wir ihr Flug-, Schreck, Fress-, Schmollverhalten noch nicht analysieren, muss aber auch nicht sein. Sie scheinen sich recht wohl zu fühlen, fressen die letzten Herbstschnecken, und –grashalme. Sie vertragen sich mit Leo und lieben Fernsehen (Programm: „Hasen hinter Gittern“). Im Frühjahr dürfen wir auf Eier, Küken und auch Braten hoffen – wie das Leben eben so spielt!
Erntedank sagten wir einander, unserer Arbeit und dem Wetter: Vieles ist sehr gut gewachsen, das andere haben wir vergessen und so freuen wir uns über das erste eigene Sauerkraut, Kürbisknabberkerne, Schlehensaft und ausverkauften Honig.

September 11

Diesmal ein Rechenbeispiel:
zwei handvoll Kürbiskerne - gratis
säen, gießen, vereinzeln, heindeln – 6 Stunden
200 Kürbisse ernten, aufschlagen, ausnehmen – 7 Stunden
Kerne säubern, waschen, auflegen trocknen – 7 Stunden
10 kg Kerne zur Mühle führen – 1 Stunde
Summe: 21 Stunden Arbeit
Resultat: 3 Liter Kürbiskernöl – BIOnatürlich (dzt. 48 €)
Ich weiß ja nicht was ihr in euren Managerbüros, Vorstandsetagen, Schulklassen, Werkstätten, Hausfrauenküchen für einen Stundenlohn habt, aber … bei uns kommt halt noch dazu: Arbeitsplatz unter freiem Himmel, nur bei Schönwetter, kein Chef, Hühnergegacker, Katerschnurren, Nachbarschaftstratscherl, Swimmingpoolabkühlung ;-)

August 11

VW – unsere Villa Wachtel: von Robert haben wir einen Wachtelharem mit einem Hahn und 5 Hennen übernommen.
Sie waren recht gestresst vom Umzug und es hat 4 Wochen gedauert bis sie das erste Mini-Super-Wachtel-Ei gelegt haben: eine Delikatesse, die besonders hochwertiges Eiweiß enthält und zum Aufbau von Energie und Immunsystem geeignet ist.
Energie können wir gut gebrauchen – schließlich sind 300 kg BIO-Erdäpfel auszugraben und 80 Kürbisse zum Aufschneiden, Entkernen und Trocknen bereit. Dann wären da noch ein paar hundert Kilo Äpfel, neben den schon eingelegten 200 Marmelade-, Kompott-, Ketchup- und Chutneygläsern, zusätzlich zu 110 Kilo Honig. So sind wir, wie wir's uns gewünscht haben, von Konsumenten zu Produzenten geworden - alles Fairtrade und CO2-neutral, natürlich! Dazwischen machen dieWeberbauern ihre wohlverdiente Pause.
Urlaub kommt für uns nicht in Frage: schließlich wohnen wir im sonnigen Südburgenland, wo andere Urlaub machen und außerdem wäre es nicht ganz einfach mit 42 Haustieren wegzufliegen…
Ganz liebe Bade-, Grill- und Kaffeebesuche haben uns die Urlaubssaison versüßt – denn zu Hause ist es doch am schönsten!

Juli 11


Der Sommer ist herrlich.







In diesem Jahr schon 4 Honigernten.







Ernte gut - alles gut.

Der Anker ist auf Kohlrabi umgestiegen.








Dem Konstruktör ist nichts zu schwör. Was es wird? Eine VW… (Auflösung folgt)

Juni 11

Die Überraschung ist eingetroffen: just in dem Moment als wir mit der 4-Tages-Heuernte fertig waren - der neue Traktor!
Mit dem „Ostwind“(Übersetzung) ist der Dong-Feng aus China gekommen – ein Schmuckstück und technisch absolute Spitze. Auch der alte Fergie hat brav seine Dienste getan, aber als 64-er Baujahr hatte er halt doch schon seine Wehwehchen – wer nicht in dem Alter! Wir haben erkannt, dass das Geld auf unserem Acker mehr Rendite bringt als auf dem Sparbuch – eine Investition für die hoffentlich nächsten 30 Jahre! Auf dem Feld tut sich tatsächlich einiges: im Moment Salat- und Zucchinisegen!








Die Kirschen waren himmlisch: nach Strudel, Kuchen, Kompott, Gelee und Likör konnten noch welche am Baum hängen bleiben als Geschenk an die Natur, sprich die Stare.
Die neuen Hühner haben sich hervorragend eingewöhnt, nach zwei Wochen durfte eine schon neben dem Hahn auf der Stange nächtigen – kurz danach kam das erste Ei. Klein aber oho! Dann bekamen wir eine Zwerghenne und einen Seidenhahn geschenkt. Wir dachten das wäre ein nettes Pärchen, vor allem weil diese Rassen für gutes Brütverhalten bekannt sind. Als wir die Schachtel mit den Tieren im Stall aufmachten, um sie langsam an ihr neues Zuhause zu gewöhnen, sausten sie wie der Blitz raus, über den Zaun und in den Wald. Also, die Henne haben wir eigentlich nie gesehen, der Hahn spaziert seither ziellos im Garten herum.








Aufgrund seiner 60-er Beatles-Frisur nennen wir in Ringo und auch sonst hat er’s schwer: Johahn kann ihn nicht leiden und hackt auf ihm rum und auch Leo kriegt Leopardeninstinkte und jagt ihn quer durchs Gemüse. Sein Platz im Zoo von Tschantschendorf ist schon reserviert.
Kultur im Garten brachten uns Gustavo und Filippo mit ihren Dudelsäcken.

Mai 11

Bienen, Bienen, Bienen ist das Thema des Monats: einmal ist es zu heiß für sie, dann zu nass für den Imker, dann kriegt er 5 Stiche ab und kann nicht mehr hatschen. Zwei Schwärme sind mit einer neuen Königin davongeflogen – ein beängstigendes Brausen, wenn der Schwarm vorbeifliegt! Zum Erstaunen aller Biologen hatten wir zwei Tage lang einen kleinen Vogelschwarm der wunderschönen Bienenfresser zu Besuch. Brutplätze in der Nähe sind nicht bekannt – wir kannten sie jedoch noch aus Arbesthal, wo es eine große Kolonie gibt. Aber jeder einzelne Vogel frisst 100 Bienen pro Tag – könnte also längerfristig zur Bedrohung werden…
Der Garten ist im Moment das reinste Schlaraffenland: Erdbeeren, Spinat, Wildspinat (Gänsefuß, Inkaweizen), Radieschen, Spargel, Rucola, Salat, Rhabarber, Holunderblüten, Kräuter sind alle täglich zu ernten. Pflege brauchen Kürbis, Mais, Erdäpfel (besonders die Käfer). 5 neue Hühner gibt es: noch so scheu, dass sie sich noch gar nicht aus dem Stall trauen - schließlich kennen sie aus der Aufzucht noch keine Sonne, kein Gras, keinen Himmel! Im Stall spielt’s aber auch Rambazamba wenn die Alten ihr bisheriges Revier verteidigen!
Am Sonntag gibt’s echt österreichisches Bio-Schweineschnitzerl in Bio-Schweineschmalz gebacken mit Konzertbegleitung der Grillen, Pirole, Fasane. Abends setzen dann die Frösche, Kröten, Kauze, Rehe ein – eine Geräuschkulisse wie im indonesischen Dschungel!
Eine Überraschung für die Weberbauern gibt’s im nächsten Monat!