Juni 11

Die Überraschung ist eingetroffen: just in dem Moment als wir mit der 4-Tages-Heuernte fertig waren - der neue Traktor!
Mit dem „Ostwind“(Übersetzung) ist der Dong-Feng aus China gekommen – ein Schmuckstück und technisch absolute Spitze. Auch der alte Fergie hat brav seine Dienste getan, aber als 64-er Baujahr hatte er halt doch schon seine Wehwehchen – wer nicht in dem Alter! Wir haben erkannt, dass das Geld auf unserem Acker mehr Rendite bringt als auf dem Sparbuch – eine Investition für die hoffentlich nächsten 30 Jahre! Auf dem Feld tut sich tatsächlich einiges: im Moment Salat- und Zucchinisegen!








Die Kirschen waren himmlisch: nach Strudel, Kuchen, Kompott, Gelee und Likör konnten noch welche am Baum hängen bleiben als Geschenk an die Natur, sprich die Stare.
Die neuen Hühner haben sich hervorragend eingewöhnt, nach zwei Wochen durfte eine schon neben dem Hahn auf der Stange nächtigen – kurz danach kam das erste Ei. Klein aber oho! Dann bekamen wir eine Zwerghenne und einen Seidenhahn geschenkt. Wir dachten das wäre ein nettes Pärchen, vor allem weil diese Rassen für gutes Brütverhalten bekannt sind. Als wir die Schachtel mit den Tieren im Stall aufmachten, um sie langsam an ihr neues Zuhause zu gewöhnen, sausten sie wie der Blitz raus, über den Zaun und in den Wald. Also, die Henne haben wir eigentlich nie gesehen, der Hahn spaziert seither ziellos im Garten herum.








Aufgrund seiner 60-er Beatles-Frisur nennen wir in Ringo und auch sonst hat er’s schwer: Johahn kann ihn nicht leiden und hackt auf ihm rum und auch Leo kriegt Leopardeninstinkte und jagt ihn quer durchs Gemüse. Sein Platz im Zoo von Tschantschendorf ist schon reserviert.
Kultur im Garten brachten uns Gustavo und Filippo mit ihren Dudelsäcken.

Mai 11

Bienen, Bienen, Bienen ist das Thema des Monats: einmal ist es zu heiß für sie, dann zu nass für den Imker, dann kriegt er 5 Stiche ab und kann nicht mehr hatschen. Zwei Schwärme sind mit einer neuen Königin davongeflogen – ein beängstigendes Brausen, wenn der Schwarm vorbeifliegt! Zum Erstaunen aller Biologen hatten wir zwei Tage lang einen kleinen Vogelschwarm der wunderschönen Bienenfresser zu Besuch. Brutplätze in der Nähe sind nicht bekannt – wir kannten sie jedoch noch aus Arbesthal, wo es eine große Kolonie gibt. Aber jeder einzelne Vogel frisst 100 Bienen pro Tag – könnte also längerfristig zur Bedrohung werden…
Der Garten ist im Moment das reinste Schlaraffenland: Erdbeeren, Spinat, Wildspinat (Gänsefuß, Inkaweizen), Radieschen, Spargel, Rucola, Salat, Rhabarber, Holunderblüten, Kräuter sind alle täglich zu ernten. Pflege brauchen Kürbis, Mais, Erdäpfel (besonders die Käfer). 5 neue Hühner gibt es: noch so scheu, dass sie sich noch gar nicht aus dem Stall trauen - schließlich kennen sie aus der Aufzucht noch keine Sonne, kein Gras, keinen Himmel! Im Stall spielt’s aber auch Rambazamba wenn die Alten ihr bisheriges Revier verteidigen!
Am Sonntag gibt’s echt österreichisches Bio-Schweineschnitzerl in Bio-Schweineschmalz gebacken mit Konzertbegleitung der Grillen, Pirole, Fasane. Abends setzen dann die Frösche, Kröten, Kauze, Rehe ein – eine Geräuschkulisse wie im indonesischen Dschungel!
Eine Überraschung für die Weberbauern gibt’s im nächsten Monat!

April 11


Das Schönste zuerst: wir haben ein Oster-Lamm! Jolly kam am Gründonnerstag in der grünen Wiese auf die Welt und ist ganz süß, gesund und munter. Natürlich haben wir uns auch bei Brickerls dritter Geburt Sorgen gemacht. Warum liegt sie so viel herum? Warum blökt sie diesmal nicht? Warum geht’s diesmal am Abend los? Wann, wenn überhaupt, sollen wir den Tierarzt holen? Wann beginnt die Kleine endlich zu trinken? Fragen über Fragen, die keine Antwort brauchen, denn die Tiere wissen instinktiv alles am besten. Auch die Hasen haben ganz ohne Spektakel ihre Jungen ins Nest gelegt – wahrscheinlich sind es 8 bzw. 10. Silva konnte wieder mal Empfängnisverhütung betreiben (wie macht sie das bloß?) und ist jetzt erst beim 3. Versuch trächtig geworden! Das heißt für uns natürlich immer 30 Tage Wartezeit und schauen, ob was kommt. Anders können wir zumindest nicht sicher feststellen, ob es eingeschlagen hat. Die Bienen sind sprichwörtlich fleißig, besonders wegen des schönen warmen Wetters. Wenn alles gut geht, haben wir in 2-3 Wochen schon den ersten Honig in Gläsern! Ein neuer Schwarm ist Gerhard zugeflogen, und so bereitet er gerade die Wohnung für das 4. Volk vor.
Durch seinen (und meinen) Super-Arbeitseinsatz unterm Carport haben wir es rechtzeitig geschafft, mit der Pflasterung fertig zu werden - genau einen Arbeitstag vor Beginn der Asphaltierungsarbeiten auf der Zufahrtstraße! Perfekt!
Auch die Gartenarbeit hat voll eingesetzt und sich schon gelohnt: die erste Portion Spargel konnten wir schon essen!

März 11

Bei der elektronischen Bruthenne dürfte irgendwas schief gelaufen sein. Leider waren die ersten 21 Tage nicht erfolgreich und so versuchen wir’s noch mal. Auch die Kaninchen funktionierten nicht nach Programm – aber so ist eben die Natur: man kann nichts 100% vorausberechnen, planen, garantieren… Trotzdem erwarten wir – optimistisch wie wir sind - im nächsten Monat 40-50 Junge – Hasen, Hühner und Schafe zusammengerechnet. Bei der Schaffamilie dürfte es wirklich bald losgehen. Wenn man genau auf den quergestellten Bauch von Brickerl schaut, sieht man Bewegungen im Inneren – wahrscheinlich die Haxerln des Babys! Gerhard hat sich angesichts der bald zu erwartenden Straßenasphaltierung vorgenommen, unsere Einfahrt inklusive Carport mit Regenrinne und Pflastersteinen zu versehen. Die Mengen an zu verarbeitendem Beton, Schotter, Kies, Sand, Steinen, etc. sind monströs – ich hoffe, sein Kreuz hält das aus!

Und: die Badesaison ist eröffnet! Neuer Rekord, denn im März hatten wir noch nie unser Plastik-Schwimmbad aufgestellt. Das Wetter ist verrückt – und wir manchmal auch!

Februar 11

Die indoor-Aktivitäten bzw. Passivitäten überwiegen zur Zeit eindeutig: ursprünglich wegen der geringen Luftfeuchtigkeit in unserem Wohnraumlüftungshaus haben wir uns zur Anschaffung eines Aquariums entschlossen. Die spannende Aufbauphase nur mit Pflanzenbewuchs und wiederholten Wassertests im Zoofachgeschäft mündete endlich im ersten Aussetzen von 7 Putzerfischen und nach einer erneuten Kontrolle, von 20 Zierfischen in 4 Sorten. Die anfängliche Zweckerfüllung des bunten Dekoglases in unserem Wohnraum ist einer echten Faszination gewichen. Nicht nur zu den Fütterzeiten hat es eine magische Anziehung, die 27 aufgeweckten, artistischen und wendigen Sumatrabarben, Diamantregenbogen-, Neonfische, Blutsalmler u.a. zu beobachten. Wieder eine neue Facette der Natur, die wir uns erschlossen haben! Auch unser outdoor-Zoo ist bestens durch den Winter gekommen und es regen sich schon langsam Frühlingsgefühle: die 3 Kaninchenweibchen Liesl, Bruni und Silva, sowie das Schaf Brickerl befinden sich in guter Hoffnung. Da unsere braven Legehühner voriges Jahr keine Ambitionen bzw. Instinkte zum Brüten gezeigt haben, wollen wir der Vermehrung heuer maschinell nachhelfen: ein Brutapparat wurde angekauft (sieht aus wie ein zu groß geratener Eierkocher), in dem 10 möglichst frisch-gelegte Eier für 21 Tage auf konstanten 37,8°C gehalten werden. Danach, ja danach werden wir wieder eines der Wunder der Natur erleben – und euch bestimmt auf dem Laufenden halten! Fortsetzung folgt!

Jänner 11

Die stillste Zeit am Bauernhof: ideal für Spaziergänge im Schnee und Bilderbuchvorlesen!

Dezember 10

Unsere Hühnermädchen waren nach dem Ableben von August im Frühjahr recht einsam und orientierungs- bzw. schutzlos. So mussten wir 3 Todesfälle im Sommer durch Raubvieh, wahrscheinlich –vogel, sprich Bussard, beklagen. So konnte es nicht weiter gehen und die burgenländische Hähnebörse war grad am Tiefpunkt (wenn’st es nicht brauchst, bietet dir ständig einer Gratis-Hähne an) und so ergab sich zeitlich perfekt der ganz liebe Besuch von Andrea, Norbert und Söhnchen Johann aus unserer ehemaligen niederösterreichischen Heimat.Sie brachten uns einen ganz schönen, schwarz-weißen aus eigener Zucht mit, den wir prompt Johahn tauften. Unsere Braven haben ihn – entgegen aller Zweifel – innerhalb von Minuten als ihren Neuen akzeptiert und ihn abgöttisch angehimmelt. Wir können also mit Regelsbrunner Blutauffrischung voller Zuversicht in die neue Brutsaison blicken!
So still und stresslos unsere Vorweihnachtszeit bezüglich Shopping (null), Keksbackhysterie (minus null) und Dekowahn (nur Natur) hier verläuft, so sehr hält uns die liebe Schaffamilie auf Trab. Jeden dritten Tag machen Brickerl und Brownie nun schon einen Ausflug ins sumpfige, verschneite Tal, zu den lieben Nachbarn oder in den Brombeergesprüppurwald! Ist ziemlich nervig immer wieder um 7 Uhr früh auf „Komm, steh schnö auf, die Schaf san weg!“ mit Nachthemd, Gummistiefel und Anorak über die vergatschten Äcker zu hirschen, um die zwei Spazierengeher heim zu bitten… Wie lange wir das nervlich und körperlich noch durchdrucken steht sicherlich in den Sternen für 2011! Wir wünschen Euch treuen LeserInnen trotzdem die allerbesten und ein Prosit Neujahr!