Juli 10

Ja, Leo ist nach wie vor der Star hier am Hof: bei jedem Besuch ist er der Mittelpunkt, bei Nachbars Party mit dabei, beim Mäusefangen schon aktiv!Nur bei Peppis Hund hat er sich rar gemacht und ist er auf die Wäschehänge gekraxelt… Wieder mal zeigt sich, dass ich von Tieren viel lernen kann: was ist denn schon eine volle to-do-Liste gegen ein Stündchen Leo kraulen und ins Ohr geschnurrt kriegen;-)
Die Erdäpfel-, Paradeiser- und Zucchiniernte hat voll eingesetzt. Dementsprechend sieht auch unser Speisezettel aus– und es schmeckt!
UND… unsere erste Honigernte! Der Lohn für Gerhards Einsatz mit den Bienen: 18kg reinster, goldigster, gesunder, herrlicher Wald- und Blütenhonig. Besonders der Beginn mit dem Tischlern der Kästen, Rahmen und Deckel war viel Arbeit. Später kam die laufende Kontrolle, ob und wie sich die Schwärme entwickeln, nachlesen, nachfragen, Unsicherheit und Freude. Jetzt hat schon die Vorarbeit für den Winter begonnen und das Wichtigste ist, jetzt schon vorzubauen, dass die Stöcke die Winterkälte gut überstehen. Nächstes Jahr wird alles schon leichter laufen. Aber der Lohn – das flüssige Gold!!!

Juni 10

Die bequeme Seite des Aussteigerdaseins scheint ganz weit weg zu sein! Täglich gibt es eine lange Liste von Aufgaben, dringenden Erledigungen, Arbeiten, Reparaturen. Die jüngste action war wieder mal Heuchmachen: einen Tag mähen, einen Tag Heu wenden, einen Tag Heu in Straßen kehren, einen Tag Packeln machen und am letzten Tag Packeln einsammeln – und immer mit der Angst vor Regen oder Gewitter im Nacken. UND: täglich versagt eins von den Gebrauchtgeräten: ein Bolzen hier, eine Welle da – die Zeit drängt, die Kraft lässt nach. Wir waren froh, dass uns Herbert geholfen hat – ein starker Mann ist immer Gold wert! Danke Herbert! 124 Heupackeln sind’s geworden!!! Und noch 'ne Zahl: 47 kg (siebenundvierzig Kilogramm) Bio-Erdbeeren bis jetzt! Na?
Nun aber zu den lieben Tiergeschichten: die Schafe sind geschoren worden – just vor Einbruch der Kältewelle. Sie haben’s locker genommen mit ihrer neuen Stoppelfrisur, und sie in der Hitze der letzten Tage doch noch zu schätzen gelernt. Der Hahn August war uns dann doch zu wild und musste in den Kochtopf. Der einzige Nachteil: wenn jetzt eins der Hühner auf die Idee kommt zu brüten, sind die Eier unbefruchtet und wir müssen uns von Mitzi welche besorgen. Sollte auch klappen mit den Pipis.
Das Allerneueste und Allerliebste: trotz meiner Katzenhaarallergie haben wir Isabella einen Kater abgenommen. Wir waren ja echt skeptisch, aber nach 10 Minuten schon verliebt in den kleinen Leo,
der uns spielend und tobend um den Finger wickelt. Ich wusste echt nicht, dass eine kleine Katze so viel Spaß machen und so lustig sein kann! Er tollt den ganzen Tag im Freien rum, findet jeden Grashalm und jeden Stein hochinteressant um dann gleich wieder zwischen den Paradeisern, Heuballen oder Schuhen einzuschlafen. Herzallerliebst!
Die Störche sind gelandet! Gerhards Storchennestkkonstruktion neben unserem großen Teich hat wirklich bei den Riesenvögeln Interesse hervorgerufen und sie haben sich mal bei uns umgesehen, im Gras gestochert, Frösche inspiziert und für nächstes Jahr in Erwägung gezogen. Ein ganz eigenes Gefühl von so großen Tieren beehrt zu werden...
Und auch von kleinen: über Nacht hat sich eine Babymaus in unseren Fußabstreifer verkrochen. Gut, dass Leo noch nicht so richtig weiß, was Sache ist!

Mai 10

Der Tierbestand hat sich in den letzten Tagen um einige Tausend vergrößert: erst mal die Schnecken ;-) und dann natürlich Gerhards Bienen! Ein erfahrener Imker hat einen Schwarm von einem Baum geholt und Gerhard konnte ihn in seine vorbereiteten Beuten (=Kästen) schlagen – ja, Bienensprache will gelernt sein und auch das Drumherum ist sehr wichtig. Nicht nur um den Honig ernten zu können, sondern auch um die Bienenvölker gut über den Winter zu bringen. In insgesamt vier Kurstagen hat sich mein Jungimker das Nötigste angeeignet – die Praxis wird ihn bald zum Profi machen! Die Imkerkollegen der Umgebung freuen sich über den Neuzugang und unterstützen ihn kräftig – wieder mal super-nette Südburgenländer.
Mein Gartl ist nun auch nach längerer Regenpause fertig geworden und mit seinen 100m² größer als unser Haus! Diese Fläche heißt es nun nicht nur zu besäen und bepflanzen sondern auch unkraut- und schneckenfrei zu halten. Momentan sieht es noch gut aus, aber sobald man das Türl schließt, bewegt sich schon wieder was...
Randsteine verlegen, Kiwi-Pergola errichten, Wäschehänge aufstellen, Stall isolieren – die Schwerstarbeiten und resultierenden Schulterprobleme kosteten uns den Auftakt für die Tennissaison. Die Zeit für Hobbys wird wieder kommen!

April 10

Es hat geklappt: Bruni konnte bis zum letzten Tag verheimlichen, dass sie Nachwuchs kriegt. Erst im letzten Moment begann sie mit dem Bau des Nests und dem Auskleiden mit ihren Fellhaaren: mindestens acht Babys kuscheln sich seit 1. April im Nest zusammen.
Osterlamm hat bei uns leider eine neue Bedeutung erfahren: unser Lämmchen Cookie musste mit 10 Monaten abgeschlagen werden. Die Kämpfe mit Vater Brownie sind immer massiver geworden und Brickerl soll ja schon bald ein neues Kleines kriegen. Sehen kann man wegen des langen Zottelfells keine Veränderungen. Wie im Vorjahr werden wir wahrscheinlich erst beim Auftauchen des Babykopfes von der bevorstehenden Geburt überrascht werden.
Gerhard will tatsächlich hoch hinaus:
mit dem Bau eines Storchennestes will er unseren Teich zum Vogel-(nicht gerade Frösche-)paradies machen. Der Insidertipp: mit weißer Dispersionsfarbe Kleckse auf das vorbereitete Astwerk patzen – so glauben die Wohnungssuchenden, dass hier schon mal ein Pärchen genistet hat und lassen sich auch gerne nieder. Mal sehen ob’s bei uns bald klappert!
Ab sofort verdienen wir beim Sonnenliegen auch Geld: die Photovoltaik-Anlage auf unserem Dach produziert an sonnigen Tagen bis zu 31kW pro Tag – Tendenz steigend. Wir hoffen, unseren gesamten Strombedarf selbst abdecken zu können – Stromrechnung (inklusive Heizung) in Zukunft daher gleich NULL!
NEU:
Der Mieter unseres alten Bauernhauses ist aus gesundheitlichen Gründen leider wieder nach Wien gezogen. Somit gilt wiederum: Romantischer Bauernhof zu verkaufen! Baujahr 1952, 100 m² auf 3 Zimmer, Küche, Speis mit Dachbodenaufgang, Bad/WC, Tischholzherd für Zentralheizung und Warmwasserboiler, Außenzugang zu Erdkeller und Stall/Werkstatt; 100 m² Stadl, 1850 m² Obstbaumwiese, Uhudlerlaube, ruhige Lage in den Deutsch Tschantschendorfer Bergen (Radfahren und Schwammerlsuchen), 10 km nach Güssing (Einkaufen und Kultur) oder Stegersbach (Thermen und Golf).
Der Frühling ist da und alles geht superschnell voran: der Kuckuck schreit schon, die Schwalben sind wieder da, noch 13 neue Hasen
und ... unser Lämmchen: diesmal ist es ein Mädchen! Sie heißt Cornetto, ist mal wieder wunderschön und springlebendig, wie sie von der ersten Stunde an so neben Mama Brickerl herläuft, hüpft und galoppiert. Ganz süß ist sie und immer hungrig. Sogar Papa Brownie vergisst da manchmal zu granteln...
Im Wildtierzoo gibt es auch wieder neue Sichtungen: ein Marder huscht des Nachts manchmal über den Weg – glücklicherweise bis jetzt noch nicht in den Hühnerstall! Den Waldkauz habe ich bis jetzt immer nur rufen gehört; letzte Woche hat er auf der letzten Schneestange vor dem Haus Nachtwache gehalten.
Der Mandelbaum blüht und riecht nach Marzipan! Frisch geernteter Vogerlsalat aus dem Garten mit Eierspeis von unseren Hühnern und dem Wildschnittlauch von der Wiese: herrlich – mehr Hauben gibt’s gar nicht! Grüße von der Südseite des Lebens!

März 10

Gerhard hat sich zwei neue Nebenberufe ausgesucht: Nr. 1 ist Jäger! In 2 Wochen hat er im Stall 25 Mäuse gefangen; eine mit der Hand, worauf sie an Herzinfarkt verstorben ist (echt!) und die anderen mit der Falle. Die süßen Kleinen hatten sich an die Futtersäcke rangemacht und kiloweise Vorräte verspeist und verschleppt! Nr. 2 wird schon bald Imker sein. Einen Einführungskurs hat er schon belegt und ist nun fleißig am Tischlern für die Bienenstöcke. Sollen ja die Vegetation in der ganzen Gegend befruchten, nicht übermäßig viel Arbeit machen aber bis zu 40kg Honig pro Jahr produzieren! Damit wird unser Tierbestand in die Tausende gehen... Kaninchennachwuchs von Liesl ist eingetroffen: 6-7 kleine nackte Wesen strampeln und piepsen im Nest – Genaueres lässt sich noch nicht sagen. Bruni und Silva konnten sich irgendwie dem Charme des Rammlers entziehen und nicht schwanger werden – hoffentlich klappt’s beim nächsten Mal!

Februar 10

Zwei Jahre Erfahrung mit Hühnerhaltung und ich muss sagen – die sind problemlos, eine lustige Unterhaltung und auch noch ertragreich: 2000 Eier im letzten Jahr bei 4, ansteigend auf 10 Hendln. Besonders das Ausbrüten der Kleinen war eine tolle Geschichte für uns. Für den Geschmack der eigenen Hühner werden wir noch immer gelobt; auf die hübschen Nachkommen sind wir selbst sehr stolz: Maxi und Schopfi sind ja locker doppelt so groß wie ihre Mütter, schauen gesund und kräftig aus. Maxi mit Mutter und Bruder August (v.li.)
Wintersport hat sich bei dem vielen Schnee voll ausgezahlt: unsere hauseigene Langlaufloipe haben wir ausreichend nutzen können – mit anschließendem Liegestuhlstopp auf der Sonnenterrasse, versteht sich. Mit oder ohne Jagatee, auf jeden Fall keine DJ-Zwangsbeglückung. Ach ja, und danach ab in die Sauna (heute wegen des Safer-Internet-Tages ohne Nacktfotos...).

Jänner 10

Pläne, Pläne, Pläne. Wir freuen uns schon auf die neuen Projekte, die da wären:
- der untere Teil unseres Grundstücks ist das ganze Jahr über so feucht, dass Gerhard dort kaum mit dem Traktor mähen kann. So würde sich eine alternative Bewirtschaftung anbieten, z.B. eine Christbaumanpflanzung, was wegen des regen Wildwechsels einen Wildzaun, Stützen, etc. benötigen wird.
- Gemüsegarten muss heuer ernsthaft angegangen werden, frei nach dem Hianzn-Gedicht: A Haisl muiß a Gartl hom, a Gartl und an Zaun, und wann dei Haisl koa Gartl hot, oft sulltst da gschwind oans baun! Also muss der Garten abgesteckt werden, vermessen, Holz bestellt und der Zaun gebaut werden – am liebsten so einen altvatrischen Holzzaun.
- Die Förderung für die Photovoltaikanlage ist nach nervenzerfetzender Wartelistenaufrückung nun doch genehmigt worden. Also bekommen wir noch im Frühjahr die Kollektoren aufs Hausdach gestellt, um unseren eigenen Strom produzieren zu können. Die Arbeit wird zwar die Profi-Firma erledigen, wir sind aber trotzdem schon aufgeregt wegen der neuen Hi-Tech Ausstattung, die wahrscheinlich für den Klimawandel global mehr bringt als ganz Kopenhagen ;-(